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Intersport hat nicht nur mit starker Internet-Konkurrenz zu kämpfen.

1.200 Mitarbeiter bangen

Beliebtes Sportwaren-Geschäft von Pleite bedroht - macht Amazon die Filialen kaputt?

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Nächste Negativ-Schlagzeile aus dem Hause des Sport-Fachhändlers Intersport: Nach dem Rückzug von Galeria Karstadt Kaufhof ist nun die Tochter Voswinkel von der Pleite bedroht.

Dortmund/Heilbronn - Die Online-Konkurrenz macht längst auch den alteingesessenen Geschäften im Sport-Fachhandel zu schaffen. Dies bekommt auch ein Mitglied der größten deutschen Kette in diesem Bereich, Intersport, zu spüren: Die rund 1200 Angestellten des Filialisten Voswinkel müssen um ihren Job bangen, weil das Unternehmen von der Pleite bedroht ist. Das Tochterunternehmen mit Sitz in Dortmund hat beim Amtsgericht der Großstadt im Ruhrgebiet das Insolvenzverfahren beantragt. 

Die Firma hat in Deutschland 74 Niederlassungen und zählt seit 2003 zum Einkaufsbund Intersport, zu dem bundesweit über 1.000 Sporthändler gehören, wie das Manager Magazin berichtet. Erst kürzlich gab es bereits eine andere negative Nachricht für Intersport: Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hatte den Rückzug aus der bestehenden Partnerschaft verkündet. 

Wie nun bekanntgegeben wurde, beantragte Sport Voswinkel bereits am vergangenen Mittwoch in Dortmund die Einleitung eines „Schutzschirmverfahrens“.

Intersport: Amazon und ein französischer Rivale involviert

Die Gründe für die finanzielle Schieflage der Intersport-Tochter sind vielfältiger Natur: Wie in vielen anderen Bereichen gibt es auch beim Vertrieb von Sportartikeln einen gestiegenen Konkurrenzkampf. Ein Hauptkontrahent der Ladengeschäfte in den Innenstädten ist der Internet-Gigant Amazon, abgesehen davon vertreiben aber auch große Sportkonzerne wie Adidas oder Nike ihre Waren mit zunehmendem Erfolg in eigenen Apps. 

Im Fall von Intersport Voswinkel kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Dem kriselnden Unternehmen macht auch ein erstarkter Rivale aus Frankreich das Geschäft streitig. So hat besonders im Westen der Republik der französische Discounter „Decathlon“ enorm expandiert und sich für viele Konsumenten zu einer Alternative entwickelt.

Intersport: Geschäftsbetrieb geht erstmal weiter

Zum Ergebnis für das zurückliegende Geschäftsjahr machte Intersport Voswinkel laut Handelsblatt keine Angaben, aber: Die Erlöse seien im Vergleich zum Vorjahres-Zeitrum um etwa fünf Prozent auf 139 Millionen Euro gefallen. Auch die Mutter Intersport musste einen Verlust hinnehmen: Ihre Umsätze sind vergangenes Jahr um drei Prozent auf 2,85 Milliarden Euro geschrumpft. 

Der Blick auf die Gesamtverteilung zeigt, dass Internet-Gigant Amazon hinter Intersport mittlerweile Platz zwei der größten Sporthändler in Deutschland belegt. Platz drei geht mit dem Berliner Versandhändler Zalando ebenfalls an einen digitalen Handels-Riesen. Insgesamt wurden bundesweit mit Sportartikeln Absätze im Wert von etwa acht Milliarden Euro erzielt.

Die Online-Konkurrenz bringt auch im Sportbereich traditionelle Handelsketten wie Intersport unter Zugzwang (Symbolbild).

Und wie sieht nun die nähere Zukunft der betroffenen Filialen von Intersport Voswinkel aus? „Der Geschäftsbetrieb geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter“, sagt Geschäftsführer Helge Mankowski. Intersport selbst sei laut Handelsblatt nicht mehr gewillt, weitere Gelder nachzuschießen. Im nächsten Schritt erhält das defizitäre Unternehmen Gläubigerschutz und hat demnach die Chance, in Eigenregie eine Sanierung zu erlangen. Ein Schlüssel zum möglichen Erfolg: Löhne und Gehälter werden von der Bundesagentur für Arbeit übernommen und das für die nächsten drei Monate.

Lesen Sie ebenfalls: Auch auf Philipp Lahms Firma Sixtus lasten Schulden in Millionenhöhe. Zum Jahresende verlässt das Unternehmen seinen Standort in Hausham und zieht um. Einige Mitarbeiter müssen sich deshalb neue Jobs suchen.

PF

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