Intertainment ist pleite

- München - Die Münchner Medienfirma Intertainment ist nach langem Überlebenskampf pleite. Da die Verhandlungen über die Rückzahlung eines Kredits nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten, habe man Insolvenzantrag stellen müssen, teilte die Aktiengesellschaft mit.

Intertainment hatte im Dezember vor dem Landgericht München einen Rechtsstreit mit der HypoVereinsbank um die Rückzahlung von zehn Millionen Euro verloren. Die Bank hatte dem Filmrechtehändler einen Kredit gegeben. Nach Darstellung der Medienfirma gab es bereits eine Einigung auf einen Forderungsverzicht gegen Besserungsschein, dennoch habe die Bank den Kredit fällig gestellt.

Im Dezember stellte das Landgericht München fest, dass die HVB ihre Forderung zurecht erhebt. Daraufhin habe man Verhandlungen mit unterschiedlichen Beteiligten aufgenommen, die bis zum Vortag auch sehr weit gediehen gewesen seien, hieß es am Freitag in Branchenkreisen. Nun müsse abgewartet werden, wie der vorläufige Insolvenzverwalter daran anknüpfe.

Intertainment ist ein Filmrechtehändler mit mittlerweile nur noch etwa einem Dutzend festen Mitarbeitern. Das Geschäft war bereits durch einen langwierigen Rechtsstreit in den USA gegen den früheren Partner Franchise praktisch zum Erliegen gekommen. Ihm hatte die Medienfirma überhöhte Filmbudgets vorgeworfen und vor Gericht auch teilweise Recht bekommen. Ein Großteil der verurteilten Parteien meldete aber zwischenzeitlich Insolvenz an. Aus den laufenden Insolvenzverfahren erhofft sich Intertainment nach wie vor Zahlungen.

Letztes Geschäft von Intertainment war der Abschluss eines Vertrags über den Verkauf deutschsprachiger Filmrechte an die Tele München Gruppe mit einem Volumen von 2,6 Millionen Euro. Der Großteil der Zahlungen sei noch nicht geflossen und damit noch nicht als Umsatz verbucht worden, hieß es in den Branchenkreisen. In den ersten neun Monaten 2005 hatte das Unternehmen nur noch einen Umsatz von einer Million Euro gemacht nach 17,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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