Investmentfonds: Geldanlage bei manchen Anbietern ein Glücksspiel

- Aktienfonds sind eine gute Idee. Man profitiert von den Wertsteigerungen an der Börse. Dass das Risiko überschaubar ist, dafür sorgen die Manager. Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es Unterschiede. Die Stiftung Warentest hat Fonds beobachtet und daraus eine Rangfolge der Fondsgesellschaften erstellt. Das Ergebnis ist für die deutschen Anbieter wenig schmeichelhaft.

<P>Zwar erreicht die DWS-Gruppe der Deutschen Bank einen achtbaren siebten Platz (von 45) und die genossenschaftliche Union Rang 11. Doch bleibt die Anlage ein Glücksspiel. Zwar sind alle elf weltweit anlegenden DWS-Fonds wenigstens Durchschnitt und sechs davon stark überdurchschnittlich. Doch unter den Aktienfonds Deutschland und Europa sind auch Flops zu finden. Auch bei Union sind gute wie schlechte vertreten. Wer nicht optimal beraten wurde, kann also zusehen, wie die Staatsanleihen des Nachbarn bei der Wertentwicklung davonziehen.</P><P>Dagegen leisten sich Threadneedle (Platz 1), Fidelity (Platz 4) und die französische "State Street" (Platz 6) keinen Flop. Franklin Templeton (Platz 2) und Mellon Global (Platz 3) haben sich die weiße Weste mit Patzern in Japan besudelt, und die US-Bank Merrill Lynch (Platz 5) wurde in den USA auf dem falschen Fuß erwischt.</P><P>Sie alle liegen aber deutlich vor der DIT-Gruppe (Dresdner/Allianz, Platz 17), bei der die Mehrzahl der Fonds bestenfalls Durchschnitt sind, Activest (HypoVereinsbank), bei der alle drei Deutschlandfonds floppen und der Sparkassen-Tochter Deka (Platz 25), die keinen einzigen Top-Fonds vorweisen kann - dafür sechs Europa-Fonds, von denen fünf schlechter laufen als der Durchschnitt.<BR>Schlusslicht der großen deutschen Gesellschaften ist die Cominvestgruppe (Adig, Platz 33), die (mit Adi Fondak) lediglich einen einzigen überdurchschnittlichen Fonds vorweisen kann.</P><P>Da tröstet es kaum, dass sich auf den hinteren Plätzen so renommierte Namen wie Cré´dit Suisse (Platz 36) und die SEB Gruppe finden, die sich den Platz 38 auch noch mit dem "gebündelten Know how" (Werbung) der Geldhäuser Oppenheim und Prumerica teilen muss.</P><P>Kein gutes Zeugnis für die großen professionellen Verwalter fremden Vermögens. Den Makel könnte man durch guten Service wettmachen. Doch weit gefehlt. Ein kostenloses Depot bietet kein einziger der deutschen Großanbieter. Zur schlechten Performance werden also auch noch Gebühren fällig. Und wer von einem der zahlreichen schlechten Fonds in einen besseren wechseln möchte, wird ebenfalls noch einmal abkassiert. Müßig zu sagen, dass bei den besseren angelsächsischen Fonds die Kontoführung und bei den meisten (Ausnahme: Fidelity) auch der Wechsel innerhalb der Fondspalette einer Gesellschaft kostenlos ist.</P><P>Wer Fonds über seine Hausbank kauft, dem wird meist das dieser Bank verbundene Angebot empfohlen. Wer die großen US-Gesellschaften bevorzugt, kann deren Fonds auch über freie Berater beziehen (die umgekehrt keine bankgebundenen Investmentfonds anbieten). In beiden Fällen können Anleger Beratung erwarten und einfordern.</P><P>Wer ohnehin weiß, was er ordern will, kann Gebühren sparen - allerdings wird er nicht beraten. Die Stiftung Warentest hat drei Varianten unter die Lupe genommen.</P>Fondsvermittler bieten zum Teil hohe Rabatte auf Ausgabeaufschläge und zum Teil kostenlose Depotführung. Direktbanken bieten auch (meist geringere) Rabatte. Nur vereinzelt ist die Depotführung kostenlos. Dafür lassen sich neben Fondsanteilen auch Aktien und Anleihen in einem Depot verwalten. Keine Rabatte gibt es, wenn man direkt bei der Fondsgesellschaft kauft, dafür aber häufig eine kostenlose Depotführung und günstige Bedingungen beim Umschichten dieses Depots. Wer nur zwischen Angeboten einer Gesellschaft wechseln will, liegt hier richtig.

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