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Demonstranten fordern Apple auf, die Steuernachzahlungen zu tätigen - doch das irische Parlament sieht das ganz anders. Sie unterstützen die Berufung gegen die Apple-Entscheidung der EU.

Dublin will das Geld nicht

Irisches Parlament will Apples Steuermillarden nicht

Dublin - Es läuft gut für Apple. Am Mittwoch wurde das neue iPhone vorgestellt, die Menge war begeistert und dann beschließt das irische Parlament auch noch gegen die EU-Entscheidung Berufung einzulegen. 

Apple kann nach der erfolgreichen Keynote am Mittwoch mit weiteren guten Nachrichten rechnen. Das irische Parlament unterstützt das Vorgehen der Regierung gegen die Entscheidung der EU-Kommission zu den milliardenschweren Steuernachzahlungen des Apple-Konzerns. Nach lebhafter Debatte sprach sich das Parlament in Dublin am Mittwochabend mit 93 gegen 36 Stimmen für die geplante Berufung gegen die EU-Entscheidung aus. Diese habe "großen Schaden" an Irlands Image in der Welt angerichtet, sagte Premierminister Enda Kenny in der Sondersitzung. "Sie darf nicht aufrecht erhalten werden."

Die Opposition sprach sich vehement gegen die Unterstützungserklärung des Parlaments aus. "Wir wollen Unternehmen wie Apple in Irland", sagte Oppositionsführer Gerry Adams von der nationalistischen Sinn-Fein-Partei. "Das bedeutet aber nicht, dass wir bei Steuerhinterziehung oder -umgehung ein Auge zudrücken sollten." Sinn-Fein-Finanzexperte Pearse Doherty kritisierte, Apple habe in Irland ein "steuerfreies Bermudadreieck" aufgebaut.

Premierminister Kenny will das Geld gar nicht

Brüssel hatte von Irland gewährte Steuervergünstigungen für den US-Konzern in der vergangenen Woche für illegal erklärt und vonApple eine Nachzahlung von 13 Milliarden Euro gefordert. Das Geld soll an Irland gezahlt werden. Die Regierung von Premierminister Kennywill das Geld aber gar nicht und kündigte an, juristisch gegen die Entscheidung der EU-Kommission vorzugehen. Die Besteuerung für Apple in Irland sei rechtmäßig, sagte Kenny im Parlament.

Finanzminister Michael Noonan kritisierte, die Entscheidung der EU-Kommission habe dem "überholten Zerrbild" von Irland als Steueroase neue Nahrung gegeben. Sie müsse schon allein deshalb angefochten werden, um das internationale Ansehen des Landes zu verteidigen.

Apple will sich wehren

Auch Apple hat bereits angekündigt, gegen die Kommissionsentscheidung Berufung einzulegen. Apple lässt seit Jahrzehnten einen großen Teil seines internationalen Geschäfts über Irland laufen, da die Gewinne des US-Konzerns dort nur minimal besteuert werden. Ähnlich gehen auch andere Großkonzerne vor - diese Praxis ist jedoch höchst umstritten.

Die EU-Kommission begründete ihre Nachzahlungsforderung damit, dass Apple in Irland nur 0,005 Prozent Steuern auf seine Gewinne gezahlt habe - also nur 50 Euro Steuern auf eine Million Euro Gewinn. Apple weist diese Berechnung als falsch zurück.

AFP

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