Ispo-Aussteller hoffen auf Boom durch Fußball-WM 2006

- München - Nach Jahren der Konsumflaute und des Umsatzrückgangs hofft der deutsche Sportfachhandel für 2005 auf einen Aufschwung: "Wir haben jetzt schon ein leichtes Plus, und wir glauben, dass wir das bis Ende 2005 halten", sagte Jens Fischer vom Einkaufsverband Sport 2000 zu Beginn der Sportartikel-Messe Ispo in München, die noch bis morgen geöffnet ist.

Der Optimismus der Sportartikel-Branche begründet sich dabei vor allem auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Hersteller und Händler von Fußball-Trikots und Schuhen, Fanartikeln und Accessoires hoffen schon lange vor Anpfiff des Eröffnungsspiels im neuen Münchner Stadion am 9. Juni 2006 auf klingelnde Kassen.

Bei der Beteiligung an der Ispo spielt König Fußball allerdings keine herausragende Rolle: Nur ein gutes Dutzend Aussteller aus dem Fußballumfeld haben auf der ispo Stände gemietet.Den Erwartungen vieler Unternehmen tut dies keinen Abbruch. "Wir hoffen auf ein 15-prozentiges Umsatzplus in diesem Jahr", sagt Gunnar Fuchs, Juniorchef der rio Artur Scheck Ballfabrik, die jährlich rund zwei Millionen der Spielgeräte vertreibt.

Zwar halte man sich aus dem kostenträchtigen Lizenzgeschäft lieber heraus, rund um die WM böten sich aber trotzdem noch reichlich Geschäftsmöglichkeiten, sagt Fuchs. "Da kann man viele Bälle verkaufen, es muss ja gar nicht FIFA drauf stehen."

Auch bei der p:os handels gmbh aus Hamm schlagen die Herzen beim Gedanken an die Fußball-WM schon jetzt höher. Als Lizenznehmer entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen Fan-Artikel wie Keramik-Becher und Biergläser mit DFB-Logo sowie Brettspiele mit dem FIFA-Schriftzug.

Für das kommende Jahr sei eine Verdopplung des Jahresumsatzes von zuletzt drei bis vier Millionen Euro durchaus drin, glaubt Geschäftsführer Andreas Osterhoff. Die Fußball-Begeisterung hält er nicht für eine Eintagsfliege und hofft zugleich auf Impulse für die gesamte Wirtschaft.

Der europäische Branchenprimus Adidas hatte vor kurzem bereits seine großen Erwartungen zur WM avisiert. Im nächsten Jahr wolle man bei den Umsätzen mit Fußball-Produkten zweistellig auf mehr als eine Milliarde Euro zulegen. Auch Konkurrent Puma verspricht sich viel von der WM, will Details aber erst demnächst auf einer Pressekonferenz nennen. "Wir haben klare Ziele für die WM, wir möchten unsere Position an Nummer drei im Fußball-Markt nicht nur halten, sondern auch ausbauen, und wir wollen unsere Markenpräsenz weiter erhöhen", sagt ein Unternehmenssprecher. In eine Beteiligung auf der Ispo haben diese Ziele aber auch in diesem Jahr nicht gemündet. Zuletzt war Puma im Jahr 2000 auf der Fachmesse präsent.

Auch in den Mitgliederstatistiken des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die WM-Vorfreude noch wenig Niederschlag gefunden: Seit Jahren stagnieren die Zahlen bei rund 6,27 Millionen Mitgliedern. Dies sei aber zu einem Gutteil auf die rückläufigen Geburtenzahlen zurückzuführen, sagt ein Sprecher des Bayerischen Fußball-Verbandes. "Wir können im Augenblick unseren Bestand halten, das ist schon ein Riesen-Erfolg."

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