Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft
+
Das Interesse ist hoch: Selbst Bundesbank und Deutsche Börse loten gemeinsam Chancen und Risiken der Blockchain-Technologie für Finanzgeschäfte aus. Foto: Matthias Balk

Hohes Maß an Sicherheit

IT-Dienstleister GFT setzt große Hoffnung in "Blockchain"

Ein Börsencrash ausgelöst durch eine Hackerattacke. Gar nicht so unwahrscheinlich, glauben IT-Experten. Doch eine Technologie könnte fatale Kettenreaktionen in hochautomatisierten Systemen aufhalten.

Stuttgart (dpa) - Die designierte Chefin des IT-Dienstleisters GFT in Stuttgart setzt große Hoffnung in die Software-Technologie "Blockchain". "Blockchain kann eine Kettenreaktion verhindern, die durch einen hohen Grad an Automatisierung in Systemen ausgelöst werden kann", sagte Marika Lulay.

Sie soll Ende Mai die Führung des auf die Finanzbranche spezialisierten IT-Dienstleisters GFT übernehmen. Unter "Blockchain" versteht man eine große Datenbank, die nicht auf einem einzigen Server liegt, sondern dezentral auf viele Rechner verteilt ist - und jeder Teilnehmer hat im Prinzip die gleichen Zugriffsrechte. "Man muss sich Blockchain vorstellen als ein Netzwerk, wo an jedem Knoten alle Informationen gleichzeitig vorliegen", erklärt Lulay. "Da jeder alles teilt, kann jeder Fehler, wenn zum Beispiel jemand gehackt wird, erkennen." Das Interesse ist in der Finanzbranche hoch an der Technologie: Selbst Bundesbank und Deutsche Börse loten gemeinsam Chancen und Risiken der Blockchain-Technologie für Finanzgeschäfte aus.

Nach Einschätzung von Lulay brächte die Technologie auch ein hohes Maß an Sicherheit. Denn mit der wachsenden Digitalisierung steigt auch die Zahl der Prozesse, die automatisch angestoßen werden. "Alles, was automatisiert ist, wird nach bestimmten Zuständen gesteuert", so Lulay. "Das gilt für Banken wie die Produktion." Die große Gefahr in solchen Systemen sei, dass jemand mit dem richtigen Trigger eine Kettenreaktion auslöse. "Wenn diese Kettenreaktion nicht manipuliert werden kann, beziehungsweise schnell außer Kraft gesetzt werden kann, wäre das ein Riesenschritt in Richtung Sicherheit."

Lulay rechnet damit, dass sich die Blockchain-Technologie in fünf bis zehn Jahren durchsetzen wird. "Dann wird man wissen, in welchen Prozessen und welchen Bereichen man die Technologie einsetzen kann."

Die Finanzbranche sei viel sensibler als andere Branchen. Online-Banking beispielsweise könne man kaum noch sicherer machen als in Deutschland. "Die größte Gefahr sind eigene menschliche Fehler." Der Anspruch an Absicherung sei allerortens hoch. "Die Deutschen haben hier einen anderen Perfektionsanspruch", so Lulay. "Das führt auch dazu, dass nicht immer jedes neue Feature auf den Markt kommt." Denn - so die künftige GFT-Chefin: "Der deutsche Markt ist von der deutschen Ingenieurdenke geprägt."

Von der Cyberattacke "Wanna Cry" war der Finanzsektor entsprechend kaum betroffen. Die dafür verantwortlich gemachte Sicherheitslücke in älteren Microsoft-Betriebssystemen sei allerdings auch ein offenes Scheunentor gewesen, so Lulay. "Der Schlüssel lag neben dran und es stand ein Schild an der Straße."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Generationswechsel an Nintendo-Spitze
Shuntaro Furukawa wuchs in den 80er Jahren mit der ersten Nintendo-Konsole auf. Jetzt soll der 46-Jährige einen Generationswechsel in der Chefetage des traditionsreichen …
Generationswechsel an Nintendo-Spitze
Geldschwemme geht weiter: EZB belässt Leitzins bei null Prozent
Trotz Kritik von verschiedenen Seiten hat die Europäische Zentralbank am Donnerstag verkündet, sie werden den Leitzins auch weiterhin bei null Prozent belassen. 
Geldschwemme geht weiter: EZB belässt Leitzins bei null Prozent
Wachstum bei freien Stellen geht zu Ende
Von einer Trendwende kann nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit keinesfalls die Rede sein. Trotzdem scheinen die Zeiten des scheinbar ungebremsten …
Wachstum bei freien Stellen geht zu Ende
Aldi, Rewe und Co.: Drei große Rückrufaktionen - diese Produkte sind betroffen
Nachdem Aldi und Rewe bestimmte Produkte wegen Salmonellen-Gefahr zurückgerufen haben, sind nun zwei weitere bundesweite Rückruf-Aktionen gestartet worden.
Aldi, Rewe und Co.: Drei große Rückrufaktionen - diese Produkte sind betroffen

Kommentare