IT-Probleme: Steuerbelege später

Frankfurt/Hamburg - Etliche Kunden deutscher Banken warten noch auf ihre Steuerbescheinigung für das Jahr 2009. Der Grund soll nach einem Medienbericht ein IT-Chaos sein. 

Weil wegen der Abgeltungsteuer die IT-Systeme umgestellt werden mussten, verzögerte sich der Versand. Halten Kunden ausländische Produkte, sorgt das für zusätzliche Probleme. Von “Computer-Chaos“, wie die “Financial Times Deutschland“ (FTD/Dienstag) titelte, könne jedoch keine Rede sein, hieß am Dienstag bei Deutscher Bank, Commerzbank und Targobank.

Seit 1. Januar 2009 erhebt der Staat 25 Prozent Steuer auf Zinsen, Dividenden und Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalanlagen. Für einige Finanzprodukte bekamen die Banken allerdings erst Ende 2009 die notwendigen Anforderungen vom Bundesfinanzministerium.

Die Folge nach “FTD“-Informationen: Tausende Depotinhaber bei Deutscher Bank, Commerzbank/Dresdner Bank und der in Targobank umbenannten Citibank bekamen noch keine Jahressteuerbescheinigung. Die brauchen aber viele Kunden für ihre Steuererklärung, die in der Regel bis zum 31. Mai beim Finanzamt sein muss. Bei der Commerzbank- Tochter Comdirect fehlen der “FTD“ zufolge Belege für 719 000 Privatkundendepots, bei der Targobank warteten noch 300 000 Kunden. “Der Großteil der Steuerbescheinigungen ist versandt und das schon seit März“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass bis Ende Mai alle Kunden versorgt sein werden. Eine Sprecherin der Commerzbank erklärte: “Bei uns ist etwa die Hälfte der Bescheinigungen schon verschickt, wir gehen davon aus, dass wir den Rest bis Ende Mai schaffen.“ Bei der Targobank in Düsseldorf hieß es: 90 Prozent der Bescheinigungen seien im März rausgegangen, der Rest folge nächste Woche. Die Kunden seien zudem frühzeitig informiert worden, dass der Versand sich wegen der neuen Regelungen verzögern könnte.

dpa

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