+
"Die einfache Antwort ist, dass es keine einfache Antwort gibt", sagte Lagarde, die sich auch über die Flüchtlingskrise in Europa besorgt zeigte. Foto: Jim Lo Scalzo

IWF-Chefin Lagarde dämpft Aussichten für Weltwirtschaft

Washington (dpa) - Angesichts der absehbaren Zinswende in den USA und der schwächelnden Konjunktur in China hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Ausblick für die Weltwirtschaft erneut gedämpft.

"Die Aussichten steigender Zinssätze in den USA und der Abschwung in China tragen zu Unsicherheit und höherer Marktvolatilität bei", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington. Das Wachstum im globalen Handel habe sich deutlich verlangsamt, während die stark fallenden Rohstoffpreise die auf diese Ressourcen angewiesenen Länder vor Probleme stellten.

"Das weltweite Wachstum wird dieses Jahr vermutlich schwächer sein als letztes Jahr", sagte Lagarde, und sagte für 2016 nur eine geringe Beschleunigung voraus. Zwar gebe es gute Signale aus dem Euro-Raum und Japan sowie den USA und Großbritannien. "Die nicht so gute Nachricht ist, dass Schwellenländer wahrscheinlich das fünfte Jahr in Folge fallende Wachstumsraten erleben werden." China bereite seine Abkehr von exportgestütztem Wachstum Probleme, während Länder wie Russland und Brasilien mit "ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten" kämpften.

Der IWF, der seine Prognose kommenden Dienstag veröffentlicht, hatte im Juli die Vorhersage für das globale Wirtschaftswachstum von zuvor 3,5 Prozent auf 3,3 Prozent nach unten revidiert. "Die einfache Antwort ist, dass es keine einfache Antwort gibt", sagte Lagarde, die sich auch über die Flüchtlingskrise in Europa besorgt zeigte.

Redetext

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
Fairfax (dpa) - Volkswagen hat auf den letzten Drücker den ersten US-Gerichtsprozess im "Dieselgate"-Skandal verhindert. Der Rechtsstreit mit einem Jetta-Besitzer, der …
VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
In den kommenden Wochen werden in vielen deutschen Betrieben neue Betriebsräte gewählt. Nach Ansicht der Gewerkschaften sind sie gerade wegen der Digitalisierung …
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
Erst US-Strafzölle, dann Proteste aus China und anderen Ländern: Die Stimmung könne sich hochschaukeln, warnt WTO-Chef Azevêdo. Mehr statt weniger Globalisierung ist …
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf
München/Flensburg (dpa) - BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, …
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf

Kommentare