IWF-Direktor de Rato gibt Amt vorzeitig ab

Washington - Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo de Rato (58), hat überraschend seinen vorzeitigen Rücktritt zum Herbst abgekündigt. Der frühere spanische Wirtschafts- und Finanzminister nannte am Donnerstag in Washington persönliche Gründe.

Er wolle sich verstärkt um die Ausbildung seiner Kinder kümmern und daher die internationale Finanzinstitution bereits nach ihrer gemeinsamen Tagung mit der Weltbank im Oktober verlassen. Damit erlebt in diesem Jahr auch der Fonds einen Führungswechsel, nachdem Robert Zoellick zum 1. Juli die Leitung der Weltbank als Schwesterorganisation des IWF von Paul Wolfowitz übernimmt. Dieser war im Zuge einer Affäre um Günstlingswirtschaft zurückgetreten.

In de Ratos Heimatland gab es unterdessen Spekulationen, er könnte in die spanische Politik zurückkehren und bei den Wahlen Anfang nächsten Jahres bei der konservativen Volkspartei als Nummer zwei hinter Parteichef Mariano Rajoy kandidieren.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Jurist de Rato hatte den Posten erst zum 1. Juni 2004 vom jetzigen Bundespräsidenten Horst Köhler übernommen. Die reguläre Amtszeit beträgt fünf Jahre. Der Position wird traditionell von einem Europäer besetzt, während die Weltbank von einem Amerikaner geführt wird.

Während er die Entscheidung aus persönlichen Gründen getroffen habe, sei es professionell kein leichter Entschluss gewesen, teilte de Rato mit. "Ich habe für diese Institution, ihre Mitarbeiter, ihre Rolle in der globalen Wirtschaftsarchitektur den höchsten Respekt." Er sei "sehr berührt durch die Unterstützung und das Verständnis des Direktoriums" für seine Entscheidung, vorzeitig zurückzutreten. Die Leitung des IWF sei eine der "beruflich erfüllendsten Positionen gewesen, die ich jemals innehatte", teilte er weiter mit.

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