IWF: US-Wachstum praktisch zum Stillstand gekommen

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Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat ein düsteres Bild vom derzeitigen Zustand der US-Wirtschaft gezeichnet. "Das Wachstum ist praktisch zum Stillstand gekommen, und wir erwarten, dass es auch über die nächsten Quartale hin schwach bleibt", sagte IWF-Chefökonom Simon Johnson.

Bereits zuvor war bekanntgeworden, dass der Fonds seine diesjährige Wachstumsprognose für die größte Volkswirtschaft der Welt massiv um einen Prozentpunkt auf 0,5 Prozent nach unten korrigiert.

Trotz der Zinssenkungen der US-Notenbank und des milliardenschweren Konjunkturprogramms der Regierung, lasteten höhere Energiepreise, ein schwächerer Arbeits- und Häusermarkt sowie schwerere Verfügbarkeit von Krediten "in nächster Zeit weiter schwer auf der Wirtschaft", sagte Johnson am Donnerstag in Washington. In der Folge hätten sich auch die weltweiten Wachstumsaussichten eingetrübt.

"Auch in Europa erwarten wir schwächeres Wachstum - vielleicht mit etwas Verzögerung - durch den US-Abschwung", sagte der IWF-Chefökonom. Vor allem die Wirtschaft Westeuropas sei dafür anfällig, dass Verwerfungen auf dem US-Kreditmarkt auf sie übergreifen. Im Entwurf für den aktuellen Konjunkturausblick für Deutschland rechnet der Weltwährungsfonds für 2008 nur noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent statt der zuletzt erwarteten 1,5 Prozent.

Die Entwicklung in den Schwellen- und Entwicklungsländern sieht Johnson indes in günstigerem Licht. "Das Wachstum wird sich mäßigen, aber stark bleiben." Die Risiken dort scheinen besser ausbalanciert als in den Industriestaaten. Sollte sich die Weltkonjunktur aber weiter abschwächen, könnten sich dadurch die Ausfuhren verringern und die Rohstoffpreise sinken, was auf die Binnennachfrage drücke.

In einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro" (Donnerstagsausgabe) machte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn deutlich, dass er auch die Wirtschaftsentwicklung in China und Indien inzwischen skeptischer einschätzt. Die Finanzkrise wirke sich auch zunehmend auf diese beiden Länder aus. "Es handelt sich nicht um eine Entkopplung, sondern nur um eine zeitliche Verschiebung", sagte Strauss-Kahn. "Niemand ist dagegen gefeit."

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