Causa Kreidl: Staatsanwaltschaft will Anklage erheben

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Das Ja-Wort zahlt sich aus

München - Am Tag ihrer Hochzeit denken die wenigsten Paare ans Geld. Allerdings sollten die Finanzen schnell in den Blick genommen werden. Gerade beim Finanzamt kann sich eine Heirat stark auswirken.

Wer verheiratet ist und sich um die günstigste steuerliche Einstufung bemüht, kann mehrere Hundert Euro im Monat mehr im Geldbeutel haben, die sonst erst mit der nächsten Steuererklärung rausspringen würden.

Steuerklasse

Am wichtigsten ist die richtige Wahl der Steuerklasse. Auf Lohnsteuerkarten von Unverheirateten steht zum Beispiel meist Steuerklasse I. Verheiratete dagegen können ihre Steuerklassen wählen, wie Bettina Bethge von der Bundessteuerberaterkammer erklärt. Unternehmen frisch gebackene Eheleute nichts, kommen beide automatisch in Steuerklasse IV. "Die entspricht der Klasse I", sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine. "Sinnvoll ist diese Wahl, wenn beide einen etwa gleich hohen Bruttolohn haben."

Anders sieht es aus, wenn nur einer der Partner berufstätig ist oder wenn ein Gehalt mindestens etwa 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens ausmacht. Dann ist es oft sinnvoll, die Steuerklassen III und V zu wählen. "In Klasse III kommt der Partner mit dem höheren, in Klasse V der mit dem geringeren Bruttoverdienst", erläutert Rauhöft.

Wie sich das auswirkt, verdeutlichen zwei Rechenbeispiele: Liegen die Jahresbruttolöhne bei 35 000 und 25 000 Euro - also recht nah beieinander ­, ergibt sich bei der Kombination der Klassen IV und IV im Lauf eines Jahres ein Lohnsteuerabzug in Höhe von 10 206 Euro. Würde dieses Paar die Klassen III und V wählen, bekäme es 10 520 Euro abgezogen - also 314 Euro mehr.

Ein Ehepaar mit Bruttolöhnen von 45 000 und 20 000 Euro hätte bei der Kombination IV und IV einen Abzug in Höhe von 12 391 Euro. Dieser würde durch einen Umstieg auf die Klassen III und V um mehr als 1040 auf 11 350 Euro sinken.

Einen Wechsel der Klassen müssen Verheiratete laut Anita Käding bis zum 30. November des betreffenden Jahres beantragen - bei ihrer Gemeinde oder beim Bürgeramt. "Den Antrag müssen beide unterschreiben und beide Lohnsteuerkarten müssen beigefügt werden." Für Paare, die die Klassen III und V gewählt haben, gilt dann ab dem Folgemonat nach dem Antrag der geringere Lohnsteuerabzug. Verändert sich die Einkommenssituation, ist prinzipiell jedes Jahr ein Klassenwechsel möglich.

Möchte ein Paar ein Kind und ist es absehbar, dass die Frau zu Hause bleibt, sollte sie laut Uwe Rauhöft nicht Klasse V wählen. "Das würde oft weniger Elterngeld bedeuten als bei Klasse IV oder III." Auch ein Partner, dem auf absehbare Zeit die Arbeitslosigkeit droht, sollte auf die Klasse V verzichten - er bekäme sonst im Ernstfall weniger Arbeitslosengeld.

Veranlagung

Verheiratete können außerdem getrennt veranlagt werden oder die sogenannte Zusammenveranlagung wählen. Bei Letzterem - auch Ehegattensplitting genannt - werden die Einkünfte addiert und die Summe dann halbiert. "Auf diesen Wert wird die Einkommensteuer ermittelt. Nimmt man diesen mal zwei, ergibt sich die Gesamtsteuerlast." Durch das Splitting wird die "Progression", der mit dem Einkommen steigende Steuersatz, gemindert. Die größten Vorteile ergeben sich dadurch für Eheleute, bei denen nur ein Partner berufstätig ist. Die Zusammenveranlagung wird nicht vom Datum der Hochzeit an, sondern rückwirkend ab dem 1. Januar des betreffenden Jahres angewendet.

Erbrecht

Ein weiterer steuerlicher Vorteil ergibt sich für Verheiratete beim Vererben von Vermögen. "Wenn einer der Ehepartner stirbt, bekommen Eheleute bei der Erbschaftsteuer einen wesentlich höheren Freibetrag", sagt Bettina Bethge. Dieser beträgt 307 000 Euro, bei Unverheirateten seien es nur 5200 Euro. Zudem seien die Steuern auf jeden Euro, der über den Freibetrag hinausgeht, für Ledige wesentlich höher als für Verheiratete.

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