Jagd nach dem Rekord-Jackpot: Was Lotto-Spieler wissen müssen

- 35 000 000,00 Euro - so könnte der Kontostand eines Lottospielers ab nächster Woche aussehen. Mit voraussichtlich 35 Millionen Euro ist für die Ziehung am Samstag der höchste Jackpot der deutschen Lotto-Geschichte ausgelobt. Wir erklären, wie man am cleversten spielt, wie der Gewinner sein Geld erhält und warum die Zahl 13 eine besondere Rolle spielt.

Die Chance Stellen Sie sich 2020-mal das Münchner Olympiastadion vor. Um den Jackpot zu knacken, müssten sie von allen Plätzen, die es insgesamt in diesen Stadien gibt, den richtigen treffen. Die Wahrscheinlichkeit, sechs Richtige anzukreuzen und die passende "Superzahl" (eine Ziffer zwischen 0 und 9, die auf dem Schein aufgedruckt ist) zu erwischen, liegt bei 1:140 Millionen. Grundsätzlich gilt zwar, dass mit jedem ausgefüllten Kästchen die Gewinn-Chance steigt. Angesichts des Verhältnisses von 1:140 Millionen bliebe sie aber selbst dann minimal, wenn man 1000 Lottoscheine ausfüllen würde.

Die Tricks Die Zahl 13 ist in den fast 4000 Ausspielungen, die es seit 1955 gegeben hat, am seltensten gezogen worden -nämlich ohne Berücksichtigung der Zusatzzahl 484-mal. Die Zahl 38 dagegen kam mit 601 Ziehungen am häufigsten vor -zuletzt am vergangenen Mittwoch. Der Haken: Diese Daten bringen Ihnen überhaupt nichts. Auch die Tatsache, dass die 11 seit 30 Ziehungen nicht mehr vorkam und damit am längsten von allen Zahlen auf sich warten lässt, kann man nicht nutzen, um die Gewinnchance zu steigern. Die Abweichungen sind reiner Zufall. Die Ziehungs-Wahrscheinlichkeit jeder Zahl ist immer dieselbe.

Nur wenn sich die Kugeln in der Lostrommel unterscheiden würden, einige zum Beispiel schwerer wären oder nicht ganz rund, würde sich daran etwas ändern. Damit man sich auf das Zufallsprinzip verlassen kann, werden die Kugeln unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen aufbewahrt, regelmäßig gewogen und vermessen, versichert die bayerische Lotterieverwaltung. Wer glaubt, die 49 müsse schwerer sein als die 1, weil sie mehr schwarze Farbe trägt, liegt falsch. Die Kugeln sind so konstruiert, dass sie alle exakt gleich schwer sind.

Beeinflussen lässt sich aber -zumindest eingeschränkt -die Höhe eines Gewinns. Das Prinzip beim Lotto ist: Alle Tipper einer Gewinnklasse teilen sich die gesamte Summe dieser Klasse. Knacken also zehn Tipper den 35-Millionen-Jackpot, erhält jeder 3,5 Millionen. Deshalb sollte man Zahlen meiden, die erfahrungsgemäß sehr viele Tipper spielen: Zahlenreihen (1,2,3,4,5,6) oder Muster (Kreise, Kreuze, Linien). Als etwa im September 1965 neben der 21 die fünf Zahlen 13, 19, 25, 31 und 37 gezogen wurden, die auf einer diagonalen Linie im Tippkästchen liegen, hatten fast 12 000 Menschen fünf Richtige. Jeder erhielt umgerechnet nur knapp 170 Euro. Außerdem sollte man Zahlen über 31 berücksichtigen. Denn viele Tipper kreuzen Geburtstage an.

Die Abräumer Der bislang höchste Jackpot (26,7 Millionen Euro) wurde im Dezember 2004 geknackt. Ihn mussten sich zwei Tipper aus Westfalen teilen. Den größten Einzel-Gewinn (23,9 Millionen Euro) räumte im Mai vergangenen Jahres ein Spieler aus dem Breisgau ab. Den höchsten Gewinn in Bayern erzielte eine Oberpfälzerin im Juni 2005 mit 8,3 Millionen Euro.

Das Limit Der Jackpot hat seine jetzige Rekordhöhe erreicht, nachdem er in elf Ziehungen nicht geknackt wurde. Sollte nach 14 Ziehungen immer noch kein Spieler sechs Richtige mit Superzahl getroffen haben, wird der Jackpot in der Gewinnklasse II ausgeschüttet, es würde also auch ein "normaler" Sechser ohne Superzahl ausreichen. Das wäre am 18. Oktober.

Die 13 Wer gewonnen hat, sollte an die Zahl 13 denken. Denn 13 Wochen hat man, um einen Gewinn abzuholen. Danach wird das Geld Sonderauslosungen zugeschlagen. Wer bei der Lottogesellschaft bekannt ist -etwa bei Dauer- und Internetscheinen -wird per Brief auf seinen Gewinn aufmerksam gemacht. Wer seinen Lotto-Schein anonym ausgefüllt hat, muss selbstständig kontrollieren, ob er gewonnen hat. Beträge über 2500 Euro werden nicht in Annahmestellen ausbezahlt. Hierfür ist die Zentrale der Bayerischen Lotterieverwaltung am Münchner Karolinenplatz zuständig. Dazu ist ein Formular namens "Zentralgewinnanforderung" nötig, das es auch in Annahmestellen gibt.

Das Finanzielle Nachdem sich ein Jackpot-Knacker gemeldet hat, wird der Betrag auf ein Konto seiner Wahl überwiesen. Der Gewinn selbst ist steuerfrei. Erzielt man aber Einkünfte daraus, zum Beispiel Zinsen, müssen diese wie üblich versteuert werden.

Das Geheimnis Daten der Gewinner bleiben geheim. Auch Annahmestellen erfahren nicht, wer bei ihnen gewonnen hat.

Die Profiteure Die Spieleinsätze -am Samstag vermutlich rund 100 Millionen Euro -, werden zur Hälfte ausgeschüttet. Etwa ein Drittel kassiert der Staat. Der Rest geht an Annahmestellen und Verwaltung.

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