Zum Jahresende: Wo es Geld gibt

München - Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Jahresultimo. Zeit also, Geldangelegenheiten anzugehen, die noch 2010 erledigt werden sollten. Wer jetzt handelt, der kann hunderte Euro sparen oder Nachteile vermeiden. In einer dreiteiligen Serie zeigen wir, wie das geht.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

„Haushaltsnah“ sind Dienstleistungen von Malermeistern, Fensterputzern oder Gärtnern im oder am eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Wer solche Dienste noch bis Ende 2010 in Anspruch nimmt und bezahlt, dem werden sie bis zu 4000 Euro unmittelbar von der Steuerschuld abgezogen. Bedingung auch hier: unbare Zahlung – ferner Ausgaben von bis zu 20 000 Euro. Und der Auftragnehmer muss damit rechnen, dass in seiner Finanzamtsakte eine Kontrollmitteilung über den Verdienst landet.

Haushaltshilfe zu 400 Euro

Im Unterschied zu den haushaltsnahen Dienstleistungen handelt es sich hier um Privatpersonen, die für Ordnung und Sauberkeit in Wohnungen und Häusern sorgen. Oft arbeiten sie auf 400-Euro-Basis. Soll dieser Status nicht verloren gehen, aber trotzdem Weihnachtsgeld gezahlt werden, so empfiehlt es sich, den Monatsverdienst so auszurichten, dass er – inklusive der Sonderzuwendung – im ganzen Jahr 4800 Euro nicht übersteigt.

Kosten für die Kinderbetreuung

Berufstätige Eltern können Aufwendungen für die Betreuung für ihre noch nicht 14 Jahre alten Kinder in Höhe von zwei Dritteln als Werbungskosten vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen – maximal in Höhe von 4000 Euro im Jahr. Das Finanzamt erkennt – im Rahmen des Höchstbetrages – alle in 2010 geleisteten Zahlungen unter anderem für den Kinderhort, den Kindergarten, eine Kindertagesstätte, aber auch für eine Tagesmutter an.

Kindergeld retten

Für volljährige Kinder steht den Eltern Kindergeld unter anderem nur dann zu, wenn sie sich in der Berufsausbildung befinden. Das kann ein normales Ausbildungsverhältnis, aber auch ein Studium sein. Bedingung: Das Einkommen des Kindes darf 8004 Euro im Jahr nicht übersteigen (zuvor gemindert um besondere Ausbildungskosten, steuerliche Werbungskosten, Sozialversicherungsbeiträge, gegebenenfalls Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung). Auch nur ein Euro mehr als 8004 Euro in 2010 beendet den Kindergeldanspruch rückwirkend zum 1. Januar 2010 – mit der Rückforderung durch die Familienkasse. Das Bundesverfassungsgericht hat diese „Fallbeilfunktion“ kürzlich ausdrücklich bestätigt. Für Kinder, deren Einkünfte bedrohlich in die Nähe des „unschädlichen“ Einkommensbetrages kommen, kann es lohnen, zusätzliche ausbildungsbedingte Aufwendungen zu tätigen, etwa für Fachbücher oder einen PC für den Nebenjob. Und nicht zu vergessen: Auch die Fahrten zur Berufsschule mindern das maßgebende Einkommen (im Regelfall 30 Cent pro gefahrenen Kilometer).

Rentenbeiträge frühzeitig leisten

Beiträge freiwillig Rentenversicherter für das laufende Jahr müssen nicht unbedingt bis zum 31. Dezember 2010 auf dem Konto der gesetzlichen Rentenversicherer eingegangen sein. Es genügt, wenn dies bis zum 31. März 2011 für das Vorjahr geschieht. Allerdings: Tritt zwischenzeitlich der „Versicherungsfall“ ein (etwa eine Erwerbsminderung), so wird die Rente nur aus den bis dahin entrichteten Beiträgen berechnet. Deshalb: Eine frühzeitige Beitragszahlung empfiehlt sich. Der für 2010 maßgebende Mindestbeitrag macht 79,60 Euro monatlich aus, der höchste 1094,50 Euro.

Resturlaub soll nicht verfallen

Wer seinen Jahresurlaub im Jahr 2010 noch nicht voll genommen hat, der sollte sich sputen: Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr. Mit dem Arbeitgeber kann zwar eine Übertragung in das Jahr 2011 vereinbart werden. Doch muss er darauf nur unter Bedingungen eingehen, etwa weil sein Arbeitnehmer wegen einer Krankheit seinen Erholungsurlaub nicht nehmen konnte, oder weil der Chef wegen unverhoffter Aufträge eine Urlaubssperre verhängt hatte. Im Grundsatz müsste also der Urlaub bis spätestens Ende Dezember 2010 genommen, nicht nur angetreten sein. Im öffentlichen Dienst sowie in manchen Tarifverträgen gelten längere Fristen.

Riester-Rente: Zulage sichern

Rentenpflichtversicherte oder Ehepartner einer/eines Rentenpflichtversicherten können über eine private Rentenversicherung, einen Fonds- oder Banksparplan beziehungsweise eine betriebliche Altersvorsorge sowie einen Bausparvertrag „riestern“. Entsprechendes gilt für Beamte. Sobald sie für das Jahr 2010 vier Prozent ihrer Vorjahresbruttobezüge auf einen solchen Vertrag eingezahlt haben, steht ihnen die maximale staatliche Zulage von 154 Euro plus für jedes Kind 185 Euro zu (für seit 2008 geborene Kinder je 300 Euro). Unter 25-jährige bekommen einen 200-Euro-Startbonus. Die Höchsteinzahlung beträgt 2100 Euro im Jahr und kann steuerlich mehr einbringen als die Zulagen. Das Finanzamt prüft im Jahresausgleich, ob die Berücksichtigung der Beiträge als Sonderausgabe eine höhere Vergünstigung bringt als die Staatszulagen. Ist für das Jahr 2009 die Zulage noch nicht beantragt, so ist dafür noch bis Silvester 2010 Zeit. Zugleich sollte ein Dauerzulagenantrag gestellt werden. Bank oder Versicherung erledigen die Anträge dann künftig automatisch.

Auch Rürup-Rente wird gefördert

Vor allem Selbstständige und gut verdienende Arbeitnehmer können „rürupen“: in Form einer privaten Rentenversicherung. Die höchste steuerliche Vergünstigung für 2010 ergibt sich bei einer Einzahlung von 20 000 (für Ehepaare: 40 000) Euro. 70 Prozent davon (beim Höchstsatz also 14 000 Euro für einen Single) können 2010 vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Geringere Einzahlungen bringen entsprechend geringere Förderungen.

Sparerfreibetrag ausschöpfen

Wer seinen Geldinstituten, bei denen Ersparnisse liegen, keinen „Freistellungsauftrag“ eingereicht hat, dem wird die Abgeltungssteuer vom ersten Zins-Euro an dem Fiskus überwiesen. Einen Teil davon kann er sich über den Steuerjahresausgleich zwar wieder zurückholen. Einfacher aber ist es, den Freistellungsauftrag über 801 (für Verheiratete: 1602) Euro jährlich seiner Bank oder seinen Banken zu geben. Dann werden nur die darüber hinausgehenden Zinserträge mit der Abgeltungssteuer (25 Prozent + Solidaritätszuschlag + gegebenenfalls Kirchensteuer) belegt.

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