Im Januar kommt der Briefträger nicht

- Mainz - Bundesweite Warnstreiks hat die Gewerkschaft ver.di für Mitte Januar bei der Deutschen Post angekündigt. Am 15. Januar werde in Rheinland-Pfalz und im Saarland weder Post sortiert noch zugestellt, sagte ein Gewerkschaftssprecher der dpa.

Vom 19. Januar an werde es bundesweit zunächst Warnstreiks geben, anschließend seien "Vollstreiks" möglich. Bereits am 10. Januar solle es Streikversammlungen vor den SPD-Zentralen im ganzen Land geben. Hintergrund ist die geplante längere Wochenarbeitszeit für Beamte bei der Deutschen Post. Die Gewerkschaft befürchtet einen damit einhergehende Arbeitsplatzabbau bei den Beschäftigten des Unternehmens.

Sollte es nach den Warnstreiks im Januar nicht zu einer Einigung der Tarifparteien kommen, würden die Beschäftigten zur Urabstimmung über Streiks aufgerufen. Die Gewerkschaft haben während der noch bis Ende des Jahres geltenden Friedenspflicht mehrfach vergeblich versucht, Verhandlungstermine beim Vorstand der Deutschen Post zu bekommen. "Die wollen aber offenbar mit uns während der Friedenspflicht nicht verhandeln", sagte der ver.di-Sprecher am Rande einer Gewerkschaftskonferenz weiter. Deshalb gebe es nun keine andere Möglichkeit mehr, als zu streiken.

Bei der Deutschen Post sollen Beamte von Anfang 2007 an ohne Lohnausgleich länger arbeiten. Wie sonst im öffentlichen Dienst bundesweit sollen auch die rund 60 000 Beamten der Post künftig 41 Stunden in der Woche arbeiten. Eine Ausnahmeregelung der Post über eine Arbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche für ihre Beamten endet am Jahresende aus. Die Gewerkschaft befürchtet nur, dass durch die Mehrarbeit der Beamten bundesweit bis zu 5000 Arbeitsplätze bei den beschäftigten verloren gehen, in Rheinland-Pfalz und im Saarland bis 500. ver.di hatte die Post aufgefordert, sich für eine Verlängerung der Ausnahmeregelung für die Beamten einzusetzen.

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