+
"Abenomics" wird die Wirtschaftspolitik der massiven Geldflut von Ministerpräsident Shinzo Abe genannt. Foto: Kimimasa Mayama

IWF sieht für Japans Wachstum Stillstand voraus

Konjunkturspritzen, lockere Geldpolitik, hohe Versprechungen: Was wurde nicht alles versucht, um die japanische Wirtschaft aufzuwecken. Hilft alles nichts, meint nun der IWF. Die Prognose: Japans Wachstum nähert sich 2017 dem Nullpunkt an.

Washington/Tokio (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht für die japanische Wirtschaft Japan einen Stillstand voraus. Die Aussichten für Wachstum und Inflation seien weiterhin gedämpft, heißt es in einem in Washington vorgestellten IWF-Bericht.

Für das laufende Jahr rechnet der IWF mit einem moderaten Wachstum von rund 0,3 Prozent, bevor es sich im kommenden Jahr auf 0,1 Prozent abkühlen dürfte.

Ungeachtet der Versuche, mit staatlichen Mitteln und dem Kauf von börsengehandelten Fonds (ETFs) die Konjunktur anzukurbeln, seien die Aussichten getrübt. Dies habe mehrere Gründe: die kriselnde Weltwirtschaft, die Unsicherheiten nach der Brexit-Entscheidung, und der zuletzt starke Yen setzen dem Export-abhängigen Land zu. Auch der nur mäßig steigende Konsum der Japaner schlage sich negativ auf die Entwicklung der Exporte und Investitionen nieder.

Die IWF-Prognose berücksichtigt aber nicht das milliardenschwere Konjunkturpaket, das Tokio am selben Tag beschlossen hatte. Die Regierung Shinzo Abe setzt daran die Hoffnungen, die Wirtschaft mit 28,1 Billionen Yen (246 Mrd. Euro) wiederzubeleben. Die direkten staatlichen Ausgaben sind aber lediglich ein Viertel davon.

Wegen struktureller Probleme steckt Japans Wirtschaft in der Sackgasse. Der Internationale Währungsfonds hatte nötige Erneuerungen schon in der Vergangenheit (IWF) angemahnt. Nachdem die Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Abe zunächst Erwartungen geschürt hatte, sind die Effekte seiner lockeren Geldpolitik, der schuldenfinanzierten Konjunkturprogramme und der versprochene Reformen inzwischen verpufft.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Thyssenkrupp-Krise spitzt sich zu: Aufsichtsratschef geht
Bei Thyssenkrupp hinterlässt der Druck von Großaktionären immer tiefere Spuren. Nach dem Abgang des Vorstandschefs verlässt auch der Aufsichtsratschef den …
Thyssenkrupp-Krise spitzt sich zu: Aufsichtsratschef geht
Deutsche Bank mit unerwartet hohem Gewinn
Nach einer Verlustserie und einem eiligen Chefwechsel überrascht die Deutsche Bank mit guten Nachrichten. Der Gewinn im zweiten Quartal fällt deutlich höher aus als …
Deutsche Bank mit unerwartet hohem Gewinn
Dax setzt Erholung mit moderaten Gewinnen fort
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat den Handel am Montag mit moderaten Gewinnen beendet. Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA sorgten ebenso wenig für Impulse wie …
Dax setzt Erholung mit moderaten Gewinnen fort
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.