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Die japanische Zentralbank stellt dem Finanzmarkt rund 80 Milliarden Euro zur Verfügung.

Japan: Milliarden gegen den Preisverfall

Tokio - Die japanische Zentralbank stellt dem Finanzmarkt rund 80 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit diesem Schritt kämpft das Land gegen den Preisverfall. Denn die Gefahr der Deflation ist groß.

Unter politischem Druck lockert die japanische Zentralbank die bereits extrem losen geldpolitischen Zügel noch weiter, um sich gegen den Preisverfall zu stemmen. Zum Abschluss zweitägiger Beratungen beschloss der geldpolitische Rat der Bank von Japan am Mittwoch, dem Finanzmarkt weitere 10 Billionen Yen (derzeit rund 80,6 Milliarden Euro) zu einem festen Zinssatz von lediglich 0,1 Prozent zu leihen. Damit verdoppelt die Zentralbank das erst im Dezember im Kampf gegen die Deflation eingeführte Finanzprogramm. Den Leitzins beließ sie indes vorerst bei extrem niedrigen 0,1 Prozent.

Gefahr droht durch andauernde Deflation

In Reaktion darauf stieg der Nikkei-Index für 225 führende Werte an der Tokioter Börse deutlich um 1,17 Prozent auf 10 846,98 Punkte. Einen Tag zuvor hatte auch die US-Notenbank das historische Zinstief in der Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent bestätigt. Wie die japanischen Zentralbänker sehen auch die Kollegen in den USA die eigene Wirtschaft weiter auf Erholungskurs, gaben aber weiter keine Hinweise auf eine nahende Zinserhöhung. In Japan standen die Notenbänker in letzter Zeit unter spürbarem Druck der Regierung, mehr im Kampf gegen die Deflation mit andauernd fallenden Preisen zu tun.

Die Entscheidung des siebenköpfigen Zentralbankrats, in einer Zeit wirtschaftlicher Erholung die Liquidität am Markt noch weiter auszuweiten, fiel jedoch nicht einstimmig. Japans Wirtschaft nimmt zwar Fahrt auf. So stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal des bis Ende März laufenden Steuerjahres mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,8 Prozent. Gefahr droht der zweitgrößten Volkswirtschaft jedoch durch die andauernde Deflation.

Abhängig vom Export

Der japanische Finanzminister Naoto Kan hatte unlängst erklärt, dass die Verbraucherpreise um ein Prozent oder etwas mehr steigen sollten. Im Januar sank die Teuerungsrate zum Vorjahr um 1,3 Prozent und damit im nunmehr 13. Monat in Folge. Die Folge eines andauernden Preisverfalls sind rückläufige Aufträge und geringere Investitionen.

Die Investitionen sanken im dritten Quartal des laufenden Fiskaljahres im Vergleich zum Vorjahr um 34,5 Prozent und damit im sechsten Quartal in Folge. Der Rückgang fiel aber geringer aus als im Vorquartal. Experten sehen die japanische Wirtschaft zwar weiter auf dem Erholungspfad. Allerdings könnte der starke Yen das Wachstum dämpfen. Japan ist noch immer in hohem Maße vom Export abhängig.

dpa

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