Der Wissenschaftsjournalist und Moderator Jean Pütz in seinem Garten.
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Der Wissenschaftsjournalist und Moderator Jean Pütz hat Elektroautos und die Politik der Grünen scharf kritisiert.

„Stümperhaft und populistisch“

TV-Legende Pütz knöpft sich E-Autos vor und teilt deutlich gegen die Grünen aus

  • Felix Durach
    VonFelix Durach
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Der TV-Moderator Jean Pütz hat sich in einem Interview kritisch über das Elektroauto und die Grünen geäußert und diesen Populismus vorgeworfen.

Köln – Als Moderator der „Hobbythek“ brachte über Jahrzehnte hinweg Themen aus dem Bereich Wissenschaft im Alltag in die Wohnzimmer der Bundesrepublik und machte sich so deutschlandweit einen Namen. Am Dienstag wurde Jean Pütz 85 Jahre alt und hat trotz seines Alters wohl nichts von seiner Aufgewecktheit verloren. Der Wissenschaftsjournalist gab kurz vor seinem Geburtstag der Welt ein Interview und äußerte dabei vor allem auch seinen Unmut über das Elektroauto und die Politik der Grünen.

TV-Legende Jean Pütz über das Ende des Verbrenners - „stümperhaft und populistisch“

„Wir erleben eine unsägliche Fokussierung auf die Elektromobilität“, stellt der 85-Jährige mit Blick auf den aktuellen Bundestagswahlkampf fest. Eine Entwicklung, die Pütz „ganz und gar nicht“ freue. Ein Feindbild hat der Wissenschaftsjournalist dabei schnell gefunden: der Ausstieg aus dem Verbrenner. „Die Verbrennungsmotoren der privaten Pkws tragen hingegen nur mit maximal sechs Prozent zu den CO2-Emissionen bei. Das Ende von Verbrennungsmotoren zu fordern, ist stümperhaft und populistisch. Es führt in eine Sackgasse“, lautet sein Urteil.

Jean Pütz teilt auch gegen die Grünen aus - „Wunschdenken alleine reicht nicht“

Als zentrales Problem des Elektroautos versteht Pütz den Stromverbrauch, der nötig ist, um eine flächendeckende Ladeinfrastruktur in Deutschland zu gewährleisten. „Wir importieren heute rund 80 Prozent unserer Primärenergie. Ein von Energieimporten unabhängiges Deutschland ist eine Illusion. Wenn man nur die Hälfte der heutigen Elektroautos gleichzeitig ans Stromnetz hängen würde, bräche es zusammen“, so der 85-Jähriger.

Bei dieser Gelegenheit lässt Pütz es sich auch nicht nehmen, gegen die Grünen auszuteilen, bei denen er offenbar die Ursachen für diese „stümperhafte“ Politik sieht: „Mein Eindruck ist, dass Annalena Baerbock den Unterschied zwischen Primärenergie und elektrischer Energie nicht kennt. Wunschdenken allein reicht nicht“, kritisiert der Wissenschaftsjournalist die Kanzlerkandidatin der Grünen.

Elektromobilität: Moderator Pütz plädiert für synthetische Kraftstoffe

Dem Elektromotor prophezeit Pütz dennoch eine wichtige Rolle in der Zukunft der Mobilitätswende. „Nichts spricht dagegen, Autos mit Elektromotoren auszustatten. Die haben einen sehr großen Wirkungsgrad. Doch der Strom für diese Motoren sollte an Bord mit Verbrennungsmotoren aus synthetischen Treibstoffen erzeugt werden“, erklärt der 85-Jähriger. Diese Antriebsform wäre CO2-neutral und preiswerter, argumentiert Pütz.

Im aktuellen Wahlkampf für die Bundestagswahl 2021 liegt ein großer Fokus auf der Mobilitätswende und der Förderung von Elektroautos. So wollen unter anderem die Grünen, dass ab 2030 in Deutschland keine Verbrenner mehr zugelassen werden dürfen. Wegen des Verbrennausstieges reichte am Dienstag auch die Deutsche Umwelthilfe eine Klage gegen die Autobauer BMW und Mercedes ein. (fd)

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