Jede vierte Führungskraft ist eine Frau

Berlin - Die Top-Jobs in der deutschen Wirtschaft bleiben für viele Frauen außer Reichweite. Nur jede vierte Führungsposition wird von einer Frau besetzt.

Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stagnierte der Frauenanteil unter den Führungskräften von 2006 bis 2008 bei 27 Prozent, obwohl die Hälfte der Angestellten weiblich sei. Als Grund nannte das Institut am Donnerstag in Berlin, die Familiengründung bei Frauen führe nach wie vor häufiger zum Karriereknick als bei Männern. 2001 hatte der Anteil bei 22 Prozent gelegen. “Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft“, kommentierte DIW-Präsident Klaus Zimmermann die Untersuchung auf Grundlage einern Langzeitbefragung von 11 000 Haushalten in Deutschland. “Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum.“

Das Institut fasst den Führungskräfte-Begriff schon recht weit und bezieht auch hochqualifizierte Fachkräfte ein, dennoch: Männer dominieren auf allen Führungsebenen - je höher, desto stärker. Dabei hätten Frauen bei der Qualifikation deutlich aufgeholt. Mit Hausarbeit und Kindererziehung ließen sich die langen Wochenarbeitszeiten von Führungskräften aber kaum vereinbaren, und auch in Top-Positionen seien es nach wie vor die Frauen, die mehr Familienarbeit übernähmen als Männer. Ergebnis: Frauen in Chef-Etagen bleiben laut DIW häufiger unverheiratet und kinderlos als ihre männlichen Kollegen.

dpa

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