Jeder dritte im Job unzufrieden

München - Jeder dritte Arbeitnehmer ist unzufrieden: Klägliche zwölf Prozent aller Beschäftigten beurteilen ihren Arbeitsplatz rundrum positiv. Knapp die Hälfte (54 Prozent) der Deutschen arrangiert sich mit "mittelmäßigen Arbeits- und Einkommensbedingungen". Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

"Wie die Beschäftigten die Arbeitswelt in Deutschland beurteilen, was sie sich von guter Arbeit erwarten" - dies herauszufinden, war angesagtes Ziel des DGB-Reports "Gute Arbeit". Befragt wurden dafür über 6000 Arbeitnehmer aus allen Regionen, Branchen, Einkommensgruppen und Beschäftigungsverhältnissen.

Fazit: Die Schlechtbezahltesten - Leih- und Hilfsarbeiter - leiden am meisten unter den Arbeitsbedingungen, unter mangelndem Respekt, körperlicher Schwerarbeit oder emotionaler Überforderung. Rundum zufrieden sind lediglich zwei Prozent der in Zeitarbeit Beschäftigten. Unter den unbefristet Beschäftigten sind es immerhin 13 Prozent. Positive Arbeitsbedingungen finden vor allem Beschäftigte naturwissenschaftlicher Berufe wie Ingenieure vor.

Mit dem Prädikat "mangelhaft" bedachten 34 Prozent ihr aktuelles Arbeitsumfeld. Am schlechtesten kamen dabei die Kriterien Einkommenssituation, Aufstiegsmöglichkeiten sowie Arbeitsplatzsicherheit. Außerdem befragte man die Mitarbeiter zu ihren Vorstellungen davon, was gute Arbeit ausmache ("Anspruchsniveau"). Dadurch ist ein statistischer Vergleich zwischen Ansprüchen und Wirklichkeit möglich. Unter den wichtigsten "Kernansprüchen" rangierten die Kriterien Sicherheit des Arbeitsplatzes, klarer Informationsfluss sowie ein angemessenes Einkommen ganz oben.

Auf die Frage, "Wie oft ist es in den letzten vier Arbeitswochen vorgekommen, dass Sie mit einem flauen Gefühl an Ihre berufliche Zukunft gedacht haben", antworteten 30 Prozent mit "oft" oder "immer", 32 Prozent mit einem entschiedenen "Nie". Ein wenig Aufhellung am Statistik-Horizont macht sich in punkto emotionale Aspekte der Arbeit breit: Eine überwältigende Mehrheit - insgesamt 68 Prozent der Befragten - gab nämlich an, häufig oder immer stolz auf die geleistete Arbeit zu sein.

Allerdings: Nur jeder zweite Beschäftigte geht davon aus, seine jetzige berufliche Tätigkeit unter den derzeitigen Anforderungen auch bis ins Rentenalter ausüben zu können.

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