Jeder fünfte Betrieb investiert nicht mehr

- München - Die bayerische Wirtschaft hat die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung in diesem Jahr begraben. "Die Lagebeurteilung der Unternehmen ist regelrecht abgestürzt", sagte Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, zu den Ergebnissen der Konjunkturumfrage unter 2900 bayerischen Unternehmen.

<P>Noch klarer zeige sich der Abwärtstrend bei der Beurteilung der Geschäftslage. Sie ist seit Jahresbeginn um 10 Saldopunkte gesunken: "Das ist der stärkste Rückgang seit drei Jahren."<BR><BR>Von einer guten Geschäftssituation berichten nur noch 17 Prozent, zu Jahresbeginn waren es immerhin 22 Prozent. Eine schlechte Lage beklagen nun 28 Prozent nach 23 Prozent im Frühjahr. Das bestätige, dass das Zwischenhoch zu Jahresbeginn ausschließlich exportgetrieben war. Das erfreuliche Wachstum im ersten Vierteljahr werde sich nicht fortsetzen.<BR><BR>Nachfrageschwäche, Preisdruck und zunehmender Wettbewerb hätten dazu geführt, dass die Erträge der Unternehmen zusammengeschmolzen seien. Das wirke sich negativ auf die Investitionsneigung aus. "Der kleinere Mittelstand tritt als Kreditnachfrager kaum mehr in Erscheinung", sagte der IHK-Geschäftsführer. Jedes fünfte Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten habe sämtliche Investitionen gestrichen. Umgekehrt wachse der Investitionswille mit der Unternehmensgröße. Aber trotz der Exporterfolge sinken laut IHK die Anlageinvestitionen in Deutschland seit 2001 kontinuierlich.<BR><BR>28 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie Entlassungen planten, nach 25 Prozent zu Jahresbeginn. Personal einstellen wollten nur noch neun Prozent (zuvor 10 %). Diese Entwicklung ist branchenabhängig. Während bei den Dienstleistern die Mitarbeiterzahl gleich bleibe, halte der negative Beschäftigungstrend im Einzelhandel an. Großhandel und Industrie beschleunigten den Beschäftigungsabbau wieder.<BR></P>

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