Jeder Vierte kauft gefälschte Markenprodukte

Mehr als jeder vierte Kunde kauft laut einer Umfrage zumindest gelegentlich gefälschte Markenprodukte. 28 Prozent der Befragten hätten in den vergangenen drei Jahren Erzeugnisse von Produkt- und Markenpiraten gekauft, bei den Jüngeren sei der Anteil noch deutlich höher.

So heißt es in einer Studie, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young und des Markenverbands hatte das Marktforschungsinstitut Valid Research 2500 Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden befragt.

In mehr als 60 Prozent der Fälle haben die Käufer demnach bewusst zu einem nachgeahmten Produkt gegriffen. "Die Fälschung ist mittlerweile gesellschaftsfähig geworden", sagte der Leiter der Umfrage, Peter Schommer. Neun von zehn Konsumenten sähen dadurch ihr Ansehen bei Freunden und Verwandten nicht gefährdet. Der Industrie entgehe dadurch ein Umsatzvolumen von geschätzt 35 Milliarden Euro im Jahr. Dies entspreche etwa zwei Prozent des gesamten Umsatzes der Konsumgüterbranche.

Der Markenverband, der rund 400 deutsche Unternehmen vertritt, verlangte schärfere Strafen für Fälscher und mehr Aufklärung für die Kunden. Fälscher würden selten entdeckt und noch seltener bestraft. "Es geht keiner in den Bau", sagte Hauptgeschäftsführer Christoph Kannengießer. Er sprach sich für eine Mindesthaftstrafe von sechs Monaten aus.

Fälschungen gebe es inzwischen auf der ganzen Warenpalette, sagte Schommer - von Klebstoffen über Parfüm bis hin zu Fertignahrung und Schokolade. Die Europäische Union hatte zudem kürzlich gewarnt, dass immer häufiger gefälschte Arzneimittel auftauchten.

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