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Grenzen lösen sich auf: Etwa jeder zweite Online-Käufer hat schon einmal bei einem Händler aus dem Ausland bestellt.  

Laut Umfrage

Jeder zweite deutsche Online-Käufer bestellt im Ausland

Frankfurt/Main - Vor allem Kleidung und Schuhe werden gerne bei Internethändlern im Ausland gekauft. Es locken günstigere Preise und Produkte, die in Deutschland sonst nicht zu haben sind.

Die Ländergrenzen verlieren beim Online-Shopping immer mehr an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der deutschen Online-Käufer (56 Prozent) hat bereits einmal etwas bei einem ausländischen Online-Anbieter gekauft.

Das geht aus einer Umfrage der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. In der Gruppe der 18- bis 39-Jährigen sind es sogar zwei Drittel.

Vor allem Kleidung und Schuhe werden der Umfrage zufolge gerne im Ausland gekauft, aber auch Bücher, Musik, Filme und Videospiele. Die wichtigsten Gründe für den grenzüberschreitenden Einkauf sind bessere Preise - das sagen knapp zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) - sowie die Verfügbarkeit von Waren, die in deutschen Shops nicht erhältlich sind (53 Prozent). Besonders beliebt bei den Internet-Shoppern sind der Umfrage zufolge Online-Shops aus Großbritannien und den USA.

"Deutsche Online-Händler müssen auf der Hut sein, ihre Kundschaft nicht an die Konkurrenz aus dem Ausland zu verlieren", warnte angesichts dieser Zahlen der PwC-Handelsexperte Gerd Bovensiepen.

Wichtig für deutsche Anbieter: Wettbewerbsfähige Preise

Nur 13 Prozent der befragten deutschen Verbraucher lehnten den Einkauf in einem ausländischen Online-Shop bei der Umfrage kategorisch ab. Bedenken gibt es vor allem in Hinblick auf Garantie, Gewährleistung und Widerruf, wegen hoher Versandgebühren und der Unklarheit bei den Zollgebühren.

Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten gaben an, dass die Einführung eines europäischen Gütesiegels, das die Qualität der Online-Anbieter überprüfe, ihre Bereitschaft erhöhen würde, im Ausland zu bestellen.

Knapp zwei Drittel der Auslands-Shopper (64 Prozent) gaben an, dass sie mit ihren Einkäufen im Ausland zufrieden waren. Ein Drittel berichtete über schlechte Erfahrungen. Geklagt wurde vor allem über längere Lieferzeiten und unerwartete Zollgebühren. Eine gute Produktqualität attestierten nur etwas mehr als die Hälfte der Auslands-Shopper (56 Prozent) ihren Einkäufen.

Nach Einschätzung des PwC-Handelsexperten sollten die deutschen Online-Händler versuchen, die ausländische Konkurrenz mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Dazu gehörten natürlich wettbewerbsfähige Preise. "Noch wichtiger ist jedoch ein breites und attraktives Produktangebot", sagte Bovensiepen. Denn die große Mehrheit der Auslands-Shopper habe angegeben, dass sie auf den Kauf im Ausland verzichten würden, wenn die gewünschte Ware auch in einem deutschen Shop zu kaufen sei.

Doch biete der grenzüberschreitende Online-Handel auch große Chancen für die deutschen Internet-Händler, betonte Bovensiepen. In Italien planten beispielsweise 90 Prozent der Online-Käufer, in den kommenden zwölf Monaten in einem ausländischen Shop einzukaufen. In Spanien und der Schweiz seien es 84 Prozent. Hier könnten sich die deutschen Händler neue Kundengruppen erschließen.

dpa

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