Jedes siebte Telefonhäuschen verschwindet

- Bonn - In Deutschland wird annähernd jedes siebte Telefonhäuschen bis zum Ende kommenden Jahres abgebaut. Die Deutsche Telekom bekräftigte in Bonn, dass sie ihr bereits im April angekündigtes Austausch-Programm von 15 000 Telefonhäuschen gegen kostengünstigere so genannte Basistelefone unverändert umsetzen will. Bei den Basistelefonen ist ein Telefonieren nur mit dem Zahlencode einer speziellen Telefonkarte (Calling-Card) oder mit der Kreditkarte möglich.

Darüber hinaus können von Basistelefonen auch R-Gespräche geführt werden, bei denen der Angerufene die Kosten des Gesprächs übernimmt. Außerdem sind mit einer speziellen Taste Notrufe möglich. Schlitze für Münzen und Telefonkarten gibt es nicht. Die Telekom erwartet so weniger Schäden durch Vandalismus und Betrüger. Beschädigungen erhöhen die monatlichen Kosten pro Telefonhäuschen auf etwa 150 Euro. <P>Eine Ausweitung der Austausch-Aktion auf bundesweit fast jedes drittes Telefonhäuschen sei entgegen einem Pressebericht aber nicht geplant, sagte ein Sprecher der Festnetzsparte T-Com. In dem Bericht hatte es unter Berufung auf einen leitenden Telekom-Mitarbeiter geheißen, mindestens 35 000 von derzeit 110 000 öffentlichen Telefonzellen sollten durch Basistelefone ersetzt werden. Zwar seien etwa 30 000 bis 35 000 Telefonhäuschen unwirtschaftlich, ein weitergehender Abbau sei aber nicht geplant, unterstrich der Sprecher der Telekom-Tochter. Im Einzelnen sollen in diesem und im kommenden Jahr je 7500 Telefonhäuschen ersetzt werden.</P><P>Hintergrund des Telefonhäuschen-Abbaus ist unter anderem der Sparkurs des Bonner Riesen, der seine Kosten und Schulden senken will. Der Konzern verweist darüber hinaus auf das veränderte Verbraucherverhalten. Telefonhäuschen verlören durch die stark gestiegene Zahl der Mobiltelefone an Bedeutung. Der Umsatzanteil, den die T-Com aus diesem Bereich erwirtschaftet, liegt unter einem Prozent. Die Telekom hat immer wieder betont, dass sich das Unternehmen mit der Umstellung nicht aus ihrem Versorgungsauftrag zurückziehen will.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Auf dem G7-Gipfel kritisierte Donald Trump scharf den deutschen Handelsüberschuss gegenüber der USA. Jetzt reagiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer …
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Internetriese Amazon eröffnet ersten Buchladen
Amazon war 1995 als Online-Buchhändler gestartet, verkauft mittlerweile aber beinahe alles von Kleidung über Musik bis hin zu Lebensmitteln. Seit 2015 eröffnet der …
Internetriese Amazon eröffnet ersten Buchladen
Carsharing-Firmen Car2Go und DriveNow könnten zusammengehen
Stuttgart/München (dpa) - Daimler und BMW erwägen einem Bericht zufolge, trotz Widerstands des BMW-Partners Sixt ihre Carsharing-Geschäfte bald zusammenzulegen. Beide …
Carsharing-Firmen Car2Go und DriveNow könnten zusammengehen
Opec-Allianz drosselt Öl-Produktion - Preise fallen weiter
Opec- und Nicht-Opec-Staaten rücken im Ringen um einen höheren Ölpreis immer näher zusammen. Die Märkte reagieren allerdings verhalten auf den Schulterschluss. Gut für …
Opec-Allianz drosselt Öl-Produktion - Preise fallen weiter

Kommentare