Jeff Bezos, Chef von Amazon, ist am Rande eines Neuheiten-Events des Konzerns zu sehen.
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Jeff Bezos ist der Chef von Amazon

Multimilliardär beschäftigt die UNO

Amazon-Chef Jeff Bezos - So tickt der reichste Mann der Welt

In der öffentlichen Wahrnehmung blieben Jeff Bezos und Amazon stets im Schatten der Gründer von Microsoft und Apple. Das änderte sich bei seiner Scheidung.

  • Der Unternehmer und Amazon-Gründer gilt im Jahr 2020 als reichste Person der Welt.
  • Die Scheidung von Ehefrau MacKenzie weckte erstmalig das Interesse der Medien am Privatleben von Jeff Bezos.
  • Als Besitzer der Zeitung Washington Post soll er Opfer einer Erpressung durch einen saudischen Prinzen geworden sein.

Jeff Bezos kam im amerikanischen Bundesstaat Texas zur Welt, als seine Mutter Jacklyn noch ein Teenager war. Sein Geburtstag ist der 12.01.1964. Den Geburtsort Albuquerque verließ die Familie vier Jahre später, als seine Mutter und sein Stiefvater mit ihm ins texanische Houston umzogen, wo er die Grundschule besuchte. Die High-School absolvierte er in Miami (Florida), weil die Familie inzwischen dort lebte. Seine Begeisterung für Technik und Computer entdeckte Jeff Bezos schon während der Schulzeit. Die Sommerferien verbrachte er regelmäßig auf der Ranch seiner Großeltern in Texas. Im Familienbetrieb mitzuarbeiten, war dort bereits normaler Alltag für Jeff Bezos. Nach dem Schulabschluss gelang es ihm, einen Studienplatz an der renommierten Universität von Princeton (Boston) zu bekommen. Das Studium in den Fächern Elektrotechnik und Informatik an der Elite-Universität bewahrte ihn jedoch nicht davor, weiterhin arbeiten zu müssen. Während der Studienzeit jobbte Jeff Bezos in einer Filiale der Burgerkette McDonalds, wie viele seiner Kommilitonen auch. Er verließ die Universität 1986 mit Bestnoten und einem Bachelor of Science.

Jeff Bezos wollte sich eigentlich mit Computern beschäftigen, landete aber erst einmal im Bankgeschäft

Der zukünftige Amazon-Gründer und Mulitmilliardär hatte keine Ahnung davon, welche Karriere ihm bevorstand, als er die Universität verließ. Seine berufliche Ausbildung begann bei einem Start-up als Programmierer für Banking-Software. Als er Fitel nach etwas mehr als zwei Jahren den Rücken kehrte, weil sich das Unternehmen nicht so entwickelte, wie Bezos es sich wünschte, war er Chef der Entwicklungsabteilung und Kundendienstdirektor. Seine neue Tätigkeit als Produktmanager fand er bei einem Vermögensverwalter namens Bankers Trust, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bank. Nach weiteren zwei Jahren war Jeff Bezos zwar zum Vizepräsidenten aufgestiegen, aber unglücklich und gelangweilt. Seiner Leidenschaft für Elektrotechnik und Informatik konnte er im Bankwesen nicht ausreichend nachgehen und entschied sich deshalb, auf die Suche nach einem technischen Beruf zu gehen. Doch das Bankwesen ließ sich nicht so leicht abschütteln: Jeff Bezos ging als Vizepräsident zu D. E. Shaw – einem Hedgefonds-Verwalter.

Jeff Bezos kam die Idee für den Onlineversandhändler Amazon, als er für einen Fondsverwalter arbeitete

Bei D. E. Shaw konnte Jeff Bezos seiner Passion aber nachgehen, denn zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die sich des damals noch jungen Internets bedienen sollten. Bezos entdeckte, dass die Idee, mit dem Onlinehandel von Büchern Geld zu verdienen, beste Chancen auf Erfolg versprach. David E. Shaw ließ sich nicht von Bezos Plänen überzeugen. Doch Jeff Bezos glaubte fest an seine Idee und die Zukunft des Internets. So trennten sich die Wege von David E. Shaw und Jeff Bezos 1994 nach etwas mehr als vier Jahren der Zusammenarbeit. Jeff Bezos gründete Amazon allein. Es fiel ihm nicht schwer, sich von der Wall-Street und einem gesicherten Einkommen zu verabschieden, denn er war fest davon überzeugt, dass er nie bereuen würde, aus dem Finanzgeschäft ausgestiegen zu sein. Ebenso sicher war sich Jeff Bezos, dass er es hingegen im Alter bereuen würde, nicht in das Internetgeschäft eingestiegen zu sein. Mit dieser Einschätzung lag Jeff Bezos vollkommen richtig.

Jeff Bezos machte aus einem kleinen Buchgeschäft im Internet ein Imperium aus vielen verschiedenen Unternehmen

Jeff Bezos wollte das Unternehmen in Anlehnung an die Zauberformel Abrakadabra zuerst „Cadabra“ nennen. Doch seine Berater überzeugten ihn davon, dass das keine gute Idee war, denn Anrufer könnten „Kadaver“ verstehen, wenn sich die Mitarbeiter des Onlineversandhändlers am Telefon meldeten. Die Vorstellung gefiel Jeff Bezos auch nicht. Auf der Suche nach einem neuen Namen stieß er auf Amazon. Da Telefon- und Webverzeichnisse zu der Zeit alphabetisch geordnet waren, war der einprägsame Begriff mit A schnell ausgewählt. Jeff Bezos und seine Ehefrau zogen von New York nach Seattle um, liehen sich die Ersparnisse seiner Eltern und die bestens bekannte Erfolgsgeschichte von Amazon nahm ihren Lauf. Das Motto „Get big fast“ des Amazon-Gründers ist mit ihm bekannt geworden. Innerhalb weniger Jahre wurde dank einzigartiger Produkte wie dem Amazon Kindle aus dem kleinen Buchversand der größte Onlineversandhändler der Welt. Das Vermögen von Jeff Bezos wuchs unvorstellbar an und machte ihn zum Multimilliardär. Doch die Praxis des Unternehmens, keine Dividende an die Aktionäre auszuzahlen, sondern Gewinne konsequent zu reinvestieren, gerät zunehmend in die Kritik von Analysten und Investoren.

Die Scheidung von Jeff und MacKenzie Bezos wurde eine öffentliche Schlammschlacht

Jeff Bezos Ehefrau MacKenzie hatte großen Anteil an der Gründung und dem Erfolg von Amazon. Sie war vom Start in ihrem privaten Haus in Seattle an dabei, sodass sie bei der Trennung des Paares im Jahr 2019 einen erheblichen Teil des Vermögens für sich beanspruchte. MacKenzie Bezos argumentierte, der Erfolg von Amazon sei auch ihr Verdienst. Zu Jeff Bezos Vermögen gehörten neben Amazon inzwischen weitere Unternehmen:

  • Blue Origin (ein Raumfahrtunternehmen)
  • The Washington Post (eine Tageszeitung)
  • Amazon Web Services (Anbieter von Serverdienstleistungen)

Zum Zeitpunkt der Scheidung waren Jeff Bezos und seine Ehefrau Eltern von vier Kindern. Die Familie hatte ihr Privatleben bis dahin aus den Medien heraushalten können, aber die Scheidung der Bezos war aus zwei Gründen besonders spektakulär: Zum einen führte das Vermögen der Eheleute zu enormem Medieninteresse. MacKenzie Bezos, die ihren Geburtsnamen Scott wieder annahm, erhielt rund 60 Milliarden Dollar, ihrem Ex-Ehemann blieben etwa 120. Zum anderen kam die Liaison von Jeff Bezos mit seiner späteren Lebensgefährtin, der Moderatorin Lauren Sanchez, im Zusammenhang mit einer Erpressung ans Licht. Obwohl er gern teure Immobilien in der ganzen Welt kauft, lebt Jeff Bezos weiterhin in der kleinen Gemeinde Medina bei Seattle im Bundesstaat Washington. Microsoft Gründer Bill Gates gehört zu seinen Nachbarn.

Die Wahington Post verwickelte Jeff Bezos in einen Spionagethriller, der am Ende sogar die UNO auf den Plan rief

Jeff Bezos ist der Besitzer der Tageszeitung Washington Post und gilt als erbitterter Gegner des US-Präsidenten Donald Trump, der wiederum mit dem Verleger des Blattes National Enquirer eng verbunden ist. Gleichzeitig bestand, kurz bevor sich Jeff Bezos und seine Ehefrau trennten, eine schwierige Beziehung zwischen der Washington Post und Saudi-Arabien, denn die Zeitung von Jeff Bezos beschäftigte einen Kolumnisten, der dem saudischen Königshaus stets äußerst kritisch gegenüberstand. Der Journalist wurde später in der saudischen Botschaft in Istanbul ermordet. Der saudische Kronprinz und Jeff Bezos lernten sich bei einer Party persönlich kennen und blieben anschließend per Whats-app in Kontakt. Dabei wurde Software für einen Hacker-Angriff auf Bezos Handy gesendet. In der Folge erschienen Details aus Jeff Bezos Beziehung mit Lauren Sanchez im National Enquirer und Bezos erhielt eine Nachricht von Prinz Mohammed bin Salman, die sich als angedeutete Erpressung verstehen lässt. Es entstand der Eindruck, die private Kommunikation von Jeff Bezos sei solange im National Enquirer nachzulesen, bis die Washington Post positiv über Saudi-Arabiens Regierung berichtet. Dies bestätigte schließlich ein offizieller Untersuchungsbericht der UNO.

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