Jetzt auch Italien: EU bezweifelt Zahlen

- Brüssel (ap) - Neben Griechenland hat möglicherweise auch Italien über Jahre falsche Defizitzahlen nach Brüssel gemeldet. Die EU-Kommission bestätigte die Existenz eines Berichts der Behörde, in dem auf Unregelmäßigkeiten im italienischen Haushaltsdefizit seit 1997 hingewiesen wird. Danach hätte Italien womöglich jahrelang gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt verstoßen und auch den Sprung in die Eurogruppe nicht geschafft.

<P>In dem Bericht heißt es, dass die Differenz zwischen den von der italienischen Regierung nach Brüssel gemeldeten Zahlen und der tatsächlichen Neuverschuldung bis zu 1,7 Prozent betragen habe. EU-Kommissionssprecherin Amelia Torres sagte, die Behörde sei wegen der italienischen Zahlen besorgt. Dies beziehe sich darauf, wie sich die Gesamtverschuldung Italiens in Bezug auf die gemeldeten Defizitzahlen entwickelt habe.</P><P>Hierzu erwarte die Kommission eine Erklärung der italienischen Regierung, sagte Torres. Brüssel untersuche diese Frage "seit einiger Zeit" und habe die Regierung in Rom schon im Juli um Aufklärung gebeten. Es sei aber zu früh, um den Fall Italiens mit Griechenland zu vergleichen. In dem Bericht betonte die Kommission, die Regierung in Rom habe womöglich "dauerhaft mehr Geld geliehen", als nach dem Maastricht-Vertrag erlaubt sei. Finanzminister Domenico Siniscalco traf am Rande einer Konferenz der EU-Ressortchefs mit EU-Währungskommissar Joaquin Almunia zusammen, um über die Statistiken zu beraten. Den Kommissionsbericht bezeichnete er im Anschluss als merkwürdig.</P>

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