Jetzt erhöht Eon doch die Strompreise

- München - Fast alle Haushalte in Oberbayern müssen zum 1. März nächsten Jahres für ihren Strom mehr bezahlen. Als Letzter hat die Eon AG, die noch vor zwei Monaten auf eine Preiserhöhung verzichtet hatte, jetzt einen Antrag bei dem für die Genehmigung zuständigen Wirtschaftsministerium vorgelegt. Über die Prozentzahlen schweigen sich Ministerium und Eon aus.

<P>Wie in der Branche zu hören war, handelt es sich um ein Plus von fast sechs Prozent.<BR><BR>Der Ministeriumssprecher darf die Zahlen nicht bekannt geben. Eon-Sprecher Maximilian Zängl will keine Angaben zu dem Antrag machen. Das Versorgungsgebiet der Eon mit rund 800 000 Haushalten umfasst ganz Oberbayern mit Ausnahme der Städte München, Rosenheim, Freising, Erding, Bad Tölz, Fürstenfeldbruck, Dachau und Ingolstadt. <BR><BR>Noch im September hatte Eon-Chef Wulf Bernotat mitgeteilt, dass sein Konzern bis dahin keinen Antrag auf Erhöhung der Strompreise eingereicht habe. <BR><BR>Ministerium will Antrag kritisch prüfen<BR><BR>Von den 72 regionalen oberbayerischen Energieversorgern, für die die Regierung von Oberbayern Genehmigungsbehörde ist, haben fast alle einen Antrag auf höhere Preise eingereicht, so Sprecherin Katrin Jahndel. 30 davon wollen die Preise bereits zum 1. Januar 2005 heraufsetzen, darunter die Stadtwerke München. Die anderen wollen spätestens am 1. März 2005 folgen. Die beantragten Strompreiserhöhungen liegen, so Jahndel, zwischen zwei und acht Prozent. Bisher sei noch kein Antrag genehmigt. Die Genehmigungen sollen aber für die ersten 30 noch vor Weihnachten erteilt werden. Die Preiserhöhungen für die Haushalte dürften im Durchschnitt um die fünf Prozent liegen. In aller Regel werden die beantragten Tarife nicht in voller Höhe genehmigt, das Wirtschaftsministerium und die Bezirksregierungen streichen die Wünsche zusammen. Wirtschaftsminister Otto Wiesheu hatte angekündigt, "beantragte Strompreiserhöhungen genau und kritisch zu prüfen". Es sei insbesondere zu untersuchen, ob überhaupt und in welchem Umfang Preiserhöhungen notwendig seien. Das Ministerium und die Regierungen hätten aber keinen Einfluss auf die preissteigernden Wirkungen von Energieeinspeisungsgesetz und Ökosteuer. <BR><BR>Das Wirtschaftsministerium und die Regierung von Oberbayern werden die Genehmigungsbescheide und damit die Preiserhöhung nicht von sich aus bekannt machen. Die Energieversorger sind aber verpflichtet, die neuen Tarife in den Tageszeitungen zu veröffentlichen. Genehmigungspflicht besteht nur für die Normaltarife. Bei so genannten Wettbewerbstarifen, wie z. B. M-Strom können die Stadtwerke München den Preis selbst festsetzen. <BR>Als letzter großer Anbieter hebt nun auch Eon die Preise an.</P>

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