Wie man jetzt noch Steuern spart

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Jahresultimo. Zeit also, Geldangelegenheiten anzugehen, die noch 2010 erledigt werden müssen. Im letzten Teil unserer Serie geht es heute darum, wie man jetzt noch Steuern sparen kann und warum man noch zum Zahnarzt sollte.

Wer spendet, kann noch Steuern sparen

Großzügigkeit gegenüber Notleidenden oder gemeinnützig Tätigen honoriert der Fiskus großzügig: Milde Gaben können bis zu 20 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte das steuerpflichtige Einkommen reduzieren. Von 60 000 Euro Jahreseinkommen kann also das steuerpflichtige Einkommen auf 48 000 Euro gedrückt werden – entsprechende Spendierfreude unterstellt. Wer noch tiefer in die Spendentasche gegriffen hat, der kann den darüber hinausgehenden Betrag noch mit den nächsten Steuererklärungen geltend machen.

Empfänger der Spenden können der Lieblingssportverein ebenso sein wie Kirchen oder die Deutsche Krebshilfe, aber auch Wohlfahrtsorganisationen und Universitäten. Wichtig: Ohne Vorlage von Belegen – Spendenbescheinigungen der Begünstigten – zeigen sich die Finanzämter im Regelfall stur. Bei Beträgen bis 200 Euro sind die Finanzbeamten aber meist nicht kleinlich: Es reichen die Überweisungsträger.

Steuerfreibetrag eintragen lassen

Übersteigen die steuerlichen Werbungskosten 2011 voraussichtlich 1520 Euro, so kann durch die Eintragung eines Freibetrages auf der Steuerkarte erreicht werden, dass der Arbeitgeber ab Januar 2011 weniger Steuern abzieht. Beantragt werden können zum Beispiel 30 Cent pro Kilometer für die einfache Entfernung der Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle.

Schulden aus dem Jahr 2007 verjähren

Wer noch Schulden aus dem Jahr 2007 zu begleichen hat, etwa für den Kauf eines Fernsehgerätes, der kann darauf hoffen, dass sein Gläubiger die Frist, die am 31. Dezember 2010 abläuft, verstreichen lässt. Andererseits muss sich derjenige, der noch Geld zu bekommen hat, beeilen, will er seinen Anspruch noch durchsetzen. Dafür genügt weder eine telefonische Erinnerung noch eine schriftliche Mahnung. Maßgebend sind allein ein gerichtlicher Mahnbescheid (der noch vor Neujahr 2011 zugestellt werden müsste) oder eine Klage. Mit einem solchen „Titel“ kann dann noch 30 Jahre lang die Forderung geltend gemacht werden. Allerdings gibt es viele Gründe, die eine Verjährung hemmen oder die Frist erneut anlaufen lassen. Dazu zählen beispielsweise geleistete Teilzahlungen.

Weihnachtsfeier ist absetzbar

Arbeitgeber können ihre Aufwendungen für eine Weihnachtsfeier als Betriebsausgabe vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen, wenn sie „Maß halten“. Das heißt: pro Beschäftigtem maximal 110 Euro ausgeben. Sind (zum Beispiel Ehe-, eingetragene Lebens-, nichteheliche Lebens-)Partner mit eingeladen, so halbiert sich der Höchstbetrag auf 55 Euro. Das heißt: Die Gesamtkosten werden durch die Anzahl der Feiernden geteilt.

Arbeitszimmer und Fachliteratur

Arbeitnehmern, die im Jahr 2010 – etwa mit der Pauschale von 30 Cent für jeden Entfernungskilometer für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle – bereits bei 920 Euro angelangt sind, hilft jeder Euro, der zusätzlich für Werbungskosten ausgegeben wird, Steuern sparen. Das können zum Beispiel Fachbücher sein (Achtung: Das Finanzamt verlangt die Angabe des Titels auf der Quittung!) oder Material für das häusliche Arbeitszimmer. Die Anerkennung der auf das eigentliche Arbeitszimmer entfallenden Kosten (Miete, Abschreibung) ist zwar 2007 per Gesetz abgeschafft worden. Nachdem der Bundesfinanzhof diese rigorose Streichung für Arbeitnehmer, die im Betrieb nicht über einen eigenen Arbeitsplatz verfügen, dafür aber zu Hause betrieblich wirken, beanstandet hat, können die dadurch Begünstigten ihren Aufwand jetzt wieder – bis zu 1250 Euro im Jahr – steuerlich geltend machen – gegebenenfalls rückwirkend ab 2007, falls gegen die Ablehnung Einspruch eingelegt wurde, der Steuerbescheid also noch „offen“ ist. Auch eine berufliche Fortbildungsveranstaltung kann Steuern sparen helfen. Außerdem: Nicht vergessen werden sollten Gewerkschaftsbeiträge.

Noch vorsorglich zum Zahnarzt

Gesetzlich Krankenversicherte können ihren Grundanspruch auf einen Zuschuss zum Zahnersatz um bis zu 30 Prozent steigern, wenn sie wenigstens einmal pro Jahr rein vorsorglich den Zahnarzt aufsuchen. Der Grundanspruch beträgt 50 Prozent des sogenannten Festbetrages, den Zahnärzte und Krankenkassen für die jeweilige Leistung des Zahnarztes sowie des Dentallabors ausgehandelt haben. Dieser am Festbetrag orientierte Zuschuss steigt im Jahr 2011 um 10 Punkte auf 60 Prozent, wenn Zahnersatz benötigt wird und seit 2006 bis einschließlich 2010 mindestens einmal jährlich vorsorglich der Zahnarzt aufgesucht wurde. 15 Punkte plus (65 Prozent) mehr gibt es, wenn der regelmäßige Zahnarztbesuch bereits seit 2001 lückenlos nachgewiesen werden kann. Ein 2011 angefertigter Zahnersatz, für den ein Festbetrag von 6000 Euro existiert, kann also als Kassenzuschuss 3000 Euro, 3600 Euro oder 3900 Euro einbringen – je nach Intensität der vorsorglichen Zahnarztbesuche. Wichtig: Sollte nur in einem Jahr der Arzt nicht konsultiert worden sein, so beginnen die fünf beziehungsweise zehn Jahre neu zu laufen.

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