Jetzt schauen auch die Golfer auf den Preis

- München - Der grüne Sport Golf hat seinen Status als Eldorado der Sportartikelindustrie verloren. Die Zeiten, in denen es hier zu Lande per anno prozentual zweistellig wachsende Spielerzahlen und stetig steigende Umsätze gab, gehen dieses Jahr zu Ende, sagte Alexander Hagen, der Verkaufschef des Golfausrüsters Taylor Made, im Vorfeld der Branchenschau Golf Europe in München.Der Golf-Boom laufe aus, weil die nicht mehr so zahlreichen Neueinsteiger zunehmend auf den Preis schauen und der Handel auch in diesem Elitesport zu Ramschaktionen neige. "Der Endverbraucher ist der Glückliche", sagte Hagen zur Preisentwicklung bei Golfausrüstung. Mittlerweile gebe es komplette Sets unter 500 Euro. Vor kurzem habe man dafür im Handel noch bis zu 1000 Euro bezahlen müssen.

<P>Das trifft auch die Adidas-Tochter Taylor Made, die sich als weltweite Nummer drei der Branche auf hochpreisige Ware konzentriert. Von den Spielerzahlen her sei Golf zwar noch ein Wachstumsmarkt, sagte Münchens Messechef Manfred Wutzlhofer zur Lage. So habe der Deutsche Golf Verband für 2002 eine Zunahme von gut sieben Prozent auf über 428 000 Aktive verzeichnet. Die heimischen Branchenumsätze hätten aber hier zu Lande schon 2001/02 bei rund 180 Millionen Euro stagniert, wie Umfragen bei Industrie und Handel ergeben haben. </P><P>Deutschland ist nach Spielern derzeit Europas drittgrößter Golfmarkt hinter Großbritannien, wo es fast 900 000 Aktive gibt, und Schweden mit gut einer halben Million Golfer. Eine weitere Verbreitung des Sports scheitert nach Ansicht von Experten hier zu Lande an fehlenden Golfplätzen. Billiger ist zudem nur Golf-Ausrüstung geworden. Die Gebühren deutscher Goflplätze seien im internationalen Vergleich immer noch abschreckend hoch, sagte Wutzlhofer, der selbst golft. Die Folge ist, dass in Deutschland gerade ein halbes Prozent der Bevölkerung diesen Sport betreibt, während es etwa in Schweden über sechs Prozent sind. In Ländern wie Irland und Großbritannien oder dem Golf-Mekka USA, wo über 26 Millionen Sportler einen Golfschläger schwingen, ist Golf dagegen ein Volkssport, vor allem weil dort Golfplätze jedem ohne Mitgliedschaft offen stehen.</P><P>Auch nächstes Jahr sehe die Branche im Markt keine Trendumkehr, sagte Hagen. Auch weltweit stagnieren die Umsätze mit Golf-Produkten nach Branchenschätzungen bei zuletzt knapp sieben Milliarden Euro. Die Hälfte davon entfällt auf die USA. Neue Impulse erhofft die Branche dagegen von der Münchner Fachmesse mit ihren 319 (Vorjahr 309) Ausstellern. Sie ist nach eigenen Angaben die größte Branchenschau in Europa.</P><P>Die 11. Golf Europe 2003 findet von 5. bis einschließlich 7. Oktober auf dem Münchner Messegelände in Riem statt. Zugelassen sind nur registrierte Fachbesucher (Anmeldung: www.messe-muenchen.de/)</P>

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