Wie man jetzt seine Putzfrau legalisiert

- Einkäufe erledigen, Wäsche bügeln oder Wohnung putzen - viele lassen sich einen Teil der Hausarbeit abnehmen. Ist die Haushaltshilfe jedoch nicht angemeldet, kann es künftig teuer werden. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der Bußgelder von mindestens 1500 Euro vorsieht. Doch wie und wo kann ich eine Haushaltshilfe anmelden?

<P>Minijobs in Privathaushalten sind eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung. Seit dem 1. April 2003 werden sie besonders gefördert. Als Minijob im privaten Haushalt gelten Tätigkeiten, die normalerweise von Familienmitgliedern erledigt werden. Dazu gehört beispielsweise Kochen, Putzen, Bügeln, Gartenarbeit und die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Familienmitgliedern.</P><P>Anmeldung</P><P>Wer seine Putzfrau bisher schwarz beschäftigt hat, braucht bei einer Neuanmeldung kein Bußgeld fürchten: "Frühere Beschäftigungsverhältnisse interessieren uns nicht", betont Claudia Müller, Sprecherin bei der Minijob-Zentrale. Die Behörde ist zuständig für die Anmeldung und ist im Internet unter www.minijob-zentrale.de oder über die gebührenfreie Nummer 08000 200 504 zu erreichen.</P><P>Abgaben</P><P>Liegt der Monatsverdienst der Haushaltshilfe unter 400 Euro und hat diese keinen anderen Minijob, bekommt sie das Gehalt brutto gleich netto bezahlt. Der Arbeitgeber muss jeweils fünf Prozent Kranken- und Rentenversicherung, zwei Prozent Pauschalsteuer sowie 1,3 Prozent Umlage für die Lohnfortzahlung abführen. Insgesamt werden 13,3 Prozent fällig. 10 Prozent der Kosten, maximal 510 Euro im Jahr, können von der Steuer abgesetzt werden. Die Minijob-Zentrale erstellt für den Arbeitgeber nach Ablauf eines Kalenderjahres eine Bescheinigung für das Finanzamt.</P><P>Verfahren</P><P>Der Privathaushalt meldet den Minijobber per "Haushaltsscheck" an. Der Vordruck gilt für die An- und die Abmeldung der Haushaltshilfe. Er wird gemeinsam von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschrieben. Über Bankeinzug bucht die Minijob-Zentrale die Abgaben rückwirkend ab - und zwar zum 15. Januar für die Monate Juli bis Dezember und zum 15. Juli für den Zeitraum Januar bis Juni.</P><P>Unfallversicherung</P><P>Jede Haushaltshilfe muss innerhalb einer Woche bei der gesetzlichen Unfallversicherung angemeldet werden. Zuständig für Oberbayern ist der Bayerische Gemeindeunfallversicherungsverband (www.bayerguvv.de oder Telefon 089/3609 3388). Privathaushalte in München wenden sich an die Unfallkasse München (www.unfallkasse-muenchen.de oder 089/233 26604). Arbeitet die Haushaltshilfe weniger als zehn Stunden pro Woche, beträgt der Jahresbeitrag 43 Euro. Ist sie mehr als zehn Stunden tätig, sind 86 Euro im Jahr fällig.</P><P>Minijob über 400 Euro</P><P>Verdient die Haushaltshilfe - inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld - umgerechnet mehr als 400 Euro monatlich, gelten die Bedingungen für ein reguläres Beschäftigungsverhältnis. Das bedeutet, dass der Job bei Krankenkasse, Unfallversicherung und Finanzamt gemeldet werden muss. Liegt das monatliche Einkommen der Haushaltshilfe zwischen 400 und 800 Euro fällt das Beschäftigungsverhältnis in eine so genannte Gleitzone. Hier gilt für den Arbeitnehmer noch eine geringere Besteuerung und auch die Sozialbeiträge steigen langsamer - von vier Prozent bis 21 Prozent bei einem Verdienst von 800 Euro.<BR></P>

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