Job-Frust erhöht Infarkt-Risiko

München - Häufiger als Berufstätige in anderen Bundesländern klagen die Bayern über Unzufriedenheit am Arbeitsplatz: Das ist ein Ergebnis des aktuellen Gesundheitsreports der Krankenkasse DAK.

So litten im Freistaat 11,8 Prozent und damit fast jeder neunte Befragte an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. Gemeint ist Frust, der entsteht, wenn sich Berufstätige für ihre Anstrengungen im Job nicht ausreichend belohnt fühlen. Bundesweit seien davon nur 9,3 Prozent betroffen.

Als Belohnung wird dabei nicht allein das Gehalt empfunden, sondern auch Anerkennung durch Vorgesetzte und Kollegen, aber auch ein sicherer Arbeitsplatz und Aufstiegschancen. Dem stehen negative Faktoren wie Zeitdruck und Überstunden gegenüber. Stimmt die Balance nicht mehr, macht das nicht nur unzufrieden: Betroffene haben auch ein um mehr als doppelt so hohes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Auch klagen sie ebenfalls fast doppelt so oft an Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.

Besonders häufig mit der Situation an ihrem Arbeitsplatz unzufrieden sind der DAK zufolge Facharbeiter (11,2 Prozent) und Arbeiter (10,8 Prozent). Selbstständige (3,9 Prozent), die sich ihre Zeit und Arbeit selbst einteilen können, sowie Beamte im höheren Dienst (6,7 Prozent) sind seltener betroffen. Befragt wurden mehr als 3000 Berufstätige.

Was die Bayern am Arbeitsplatz besonders stört: Bei der Arbeit ständig unterbrochen zu werden (24,3 im Vergleich zu bundesweit 20,2 Prozent), gefolgt von Zeitdruck und steigender Arbeitsmenge. Auch über Überstunden klagen sie mit 12,3 Prozent häufiger als der Bundesschnitt (9,1 Prozent).

In der wachsenden Unzufriedenheit mit der beruflichen Tätigkeit sieht Gottfried Prehofer, Chef der DAK Bayern, die Kehrseite sinkender Arbeitslosenzahlen. Viele Menschen seien in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, von den Arbeitnehmern werde immer mehr gefordert – sie sollen „immer schneller, immer erreichbar, immer auf Stand-by“ sein.

ae/dpa

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