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Volkswagen.

Sparen und zugleich investieren

Jobeinsparungen und mehr: VW wagt mit Zukunftspakt Spagat

Wolfsburg - Sparen und zugleich in die eigene Zukunft investieren: Die Volkswagen-Kernmarke VW muss in Zeiten von Dieselaffäre und radikalen technologischen Umwälzungen einen schwierigen Spagat bewältigen. Die wichtigsten Punkte und Überlegungen:

Am Freitag stellten Unternehmensführung und Betriebsrat in Wolfsburg nach monatelangen Verhandlungen den Zukunftspakt vor, der das ermöglichen soll. Er setzt neben Jobabbau auf eine strategische Neuausrichtung.

WENIGER PERSONAL

Die Marke VW streicht in den nächsten Jahren weltweit 30.000 Stellen, auf Deutschland entfallen davon 23.000. Insgesamt beschäftigt sie derzeit global 215.000 und hierzulande 120.000 Menschen. Produktion und Verwaltung sollen deutlich verschlankt werden.

Zumindest für die Stammbelegschaft soll das sozialverträglich organisiert werden, das heißt: Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2025 tabu. Stattdessen sollen freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzt und Beschäftigten Altersteilzeitregelungen schmackhaft gemacht werden. VW will zudem eine Art konzerninternen Stellenmarkt fördern, um Mitarbeiter etwa zu nach wie vor expandierenden Töchtern wie dem Sportwagenbauer Porsche zu lotsen.

Für Leiharbeiter sieht die Lage dagegen düster aus, denn ähnliche Garantien gibt es für sie nicht. Ihre Anzahl wird sinken, ebenso ihre Chancen auf Übernahme. "Das ist das, was schmerzt. Aber wir haben da kaum eine Alternative", sagte VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing in Wolfsburg. VW wolle versuchen, die Betroffenen bei Dritten unterzubringen.

ERHOFFTE EFFIZIENZGEWINNE

Durch den Bau von mehr Fahrzeugen mit weniger Mitarbeitern und andere Maßnahmen zur Steigerung der Wertschöpfung will die Sparte, die in Sachen Effizienz, Produktivität und Rendite deutlich hinter anderen Konzernmarken und Herstellern hinterherhinkt, den Gewinn ab 2020 um 3,7 Milliarden Euro pro Jahr steigern. Drei Milliarden Euro werden davon laut Zukunftspakt die deutschen Werke beisteuern. Deren Produktivität soll sich um ein Viertel erhöhen.

Durch die Ertragssteigerungen will sich VW aus eigener Kraft die benötigte "Kriegskasse" für den anstehenden Strukturwandel in der Autobranche aufbauen. Bislang ist die Marke dafür auf Geld angewiesen, das andere VW-Töchter wie Audi oder Porsche verdienen. "Ohne den Konzern hätten wir bei weitem nicht genug Kapital, um den Wandel zu bewältigen", sagte Markenvorstand Herbert Diess.

INVESTITIONEN IN NEUE TECHNOLOGIEN

Volkswagen wird laut Zukunftspakt 3,5 Milliarden Euro in den Aufbau jener Bereiche stecken, in denen nach allgemeiner Einschätzung die Zukunft der Branche liegt. Das sind Elektromobilität, neue digitale Geschäftsmodelle rund um Themen wie Car- und Ridesharing sowie der gesamte Komplex des autonomen Fahrens.

Die deutsche Werke sollen davon besonders profitieren: In Wolfsburg und Zwickau plant der Autobauer die Produktion von Elektroautos neuer Generationen. Die VW-Standorte in Braunschweig, Kassel und Salzgitter steigen in die Herstellung dazugehöriger Antriebs- und Getriebekomponenten ein. Salzgitter baut zudem eine Pilot-Anlage zur Fertigung von Batteriezellen und -modulen auf und soll bei dem Thema insgesamt federführend werden.

Batterien gelten in der Branche als ein besonders wichtiges Element, weil deren Herstellung große Wertschöpfungspotenziale verspricht. Die VW-Arbeitnehmervertreter etwa hatten sich stark dafür eingesetzt, eine Batteriefertigung in Deutschland aufzubauen und sich nicht von externen Zulieferern abhängig zu machen. Der Pakt sei insgesamt "auch ein wichtiges Signal für den Standort Deutschland", urteilte VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh.

afp

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