Jobsucher haben wieder bessere Karten

Nürnberg - Wer in Deutschland auf der Suche nach Arbeit ist, hat wieder bessere Karten: Die Nachfrage nach Personal steigt  wieder. Trotzdem bleiben Job-Vermittler skeptisch.

Bessere Zeiten für Jobsucher: Nach einem krisenbedingten Tief im Jahr 2009 zieht die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland wieder kräftig an. Im Mai hätten Unternehmen deutlich mehr freie Stellen angeboten als in den zurückliegenden Monaten, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit.

Entsprechend sei der Beschäftigungsindex der Bundesagentur in dem Monat von 149 auf 157 Punkte gestiegen. “Damit setzt sich die Erholung der Arbeitskräftenachfrage fort““, heißt es in einer BA-Erklärung.

Zum dritten Mal in Folge liege die Zahl der offenen Stellen über dem Vorjahresniveau - und fast so hoch wie beim Start der Krise im Oktober 2008. Dabei entwickele sich die Kräftenachfrage nach dem gleichen Muster wie zu Beginn des letzten Aufschwungs im Frühjahr 2006, betonte die BA.

Dennoch bleiben die Nürnberger Job-Vermittler skeptisch: Man müsse abwarten, ob die steile Aufwärtsentwicklung in den kommenden Monaten anhalte. Hätten die Firmenmanager doch versucht, die krisenbedingten Auftragsflauten mit dem Abbau von Überstunden und Kurzarbeit abzufedern statt Jobs abzubauen. “Der Neueinstellungsbedarf könnte sich daher moderater entwickeln als im letzten Aufschwung“, gibt die Bundesagentur zu bedenken.

Ein kräftiger Frühjahrsaufschwung hat nach Experteneinschätzung außerdem die Zahl der Arbeitslosen im Mai auf 3,24 Millionen sinken lassen. Dies wären rund 165 000 Jobsucher weniger als im April und 218 000 weniger als vor einem Jahr, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Volkswirten deutscher Großbanken. Der deutsche Arbeitsmarkt entwickele sich weiterhin stabil, betonten sie einmütig. Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen für Mai will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag in Nürnberg bekanntgeben.

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Der starke Rückgang der Mai-Arbeitslosigkeit habe vor allem saisonale Gründe, betonten die Experten. Denn von dem für gewöhnlich milden Frühjahrswetter profitierten neben der Gastronomie auch der Landschafts- und Gartenbau. Zudem herrsche auf vielen Baustellen im Mai Hochsaison, betonten die Fachleute. Aber selbst nach Abzug dieser saisonalen Sondereffekte ging die Erwerbslosenzahl den Experten zufolge im Mai im Monatsvergleich zwischen 10 000 und 40 000 zurück.

dpa

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