Corona-Impfstoff der belgischen Johnson&Johnson-Tochter Janssen: Künftig soll der Wirkstoff auch in Dessau abgefüllt werden.
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Corona-Impfstoff der belgischen Johnson&Johnson-Tochter Janssen: Künftig soll der Wirkstoff auch in Dessau abgefüllt werden.

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Johnson & Johnson: US-Konzern lässt Corona-Impfstoff in Dessau produzieren 

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Im Rennen gegen die Corona-Pandemie werden alle verfügbaren Optionen mobilisiert. Jetzt hat sich der US-Pharmariese Johnson & Johnson zusätzliche Produktionskapazitäten gesichert.

Dessau - Nach Astrazeneca will auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson seinen Corona*-Impfstoff teilweise in Dessau produzieren lassen. Die Firma IDT Biologika teilte am Montag mit, dass sie den Impfstoff in der Stadt in Sachsen-Anhalt abfüllen und verpacken werde.

Dafür würden ab sofort für zunächst drei Monate Kapazitäten genutzt, die eigentlich für die Produktion eines Impfstoffkandidaten des japanischen Pharmakonzerns Takeda gegen das Dengue-Fieber reserviert waren. Nun einigten sich IDT Biologica und Takeda, die Maschinen zunächst für den Corona-Impfstoff einzusetzen. Der Impfstoff soll in Deutschland für den weltweiten Vertrieb hergestellt werden.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier begrüßt Impfstoff-Kooperation

Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) sieht die Kooperation der Pharmafirmen als „ein gutes Signal für den Wirtschafts- und Pharmastandort Deutschland“. Die Impfstoffproduktion in Europa und Deutschland erhöhe die Liefersicherheit. Auch IDT begrüßte die Kooperation. „Diese kurzfristige Vereinbarung zwischen drei Pharmaunternehmen zeigt die Bereitschaft und Fähigkeit unserer Branche, kreative Ideen zur Lösung dieser Krise einzubringen“, teilte IDT-Chef Jürgen Betzing mit.

Dessau und IDT spielen damit bereits beim zweiten von derzeit vier in der EU zugelassenen Impfstoffen eine zentrale Rolle: Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astrazeneca baut derzeit mit IDT eine Anlage mit Bioreaktoren auf, in denen ab kommendem Jahr monatlich mehrere Millionen Impfdosen abgefüllt werden sollen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der vierte Corona-Impfstoff, den die EU zugelassen hat. Anders als die Wirkstoffe von Moderna, Astrazeneca und Biontech muss er für den vollen Impfschutz nur einmal verabreicht werden.

Bundesregierung setzt Impfung mit Astrazeneca überraschend aus

Erst am Montag hatte die Bundesregierung Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorerst ausgesetzt. Nach erneuten Meldungen „von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa“, halte man weitere Untersuchungen „für notwendig“, erklärte ein Sprecher des Paul-Ehrlich-Instituts. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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