DAX und Dow Jones, Bulle und Bär: Die wichtigsten Begriffe der Börse

Hamburg - Was ist eine Hausse? Und ab wann spricht man von einer Rezession? Das kleine Börsenlexikon erklärt die wichtigsten Begriffe.

Die wichtigsten Aktienindizes:

Aktienindizes dienen Börsenprofis wie Kleinanlegern rund um den Globus als unverzichtbares Instrument zur Darstellung der Markttendenzen. Die Indizes an den weltweiten Börsen sind allerdings kaum vergleichbar, weil sie sich in ihrer Zusammensetzung und Berechnung unterscheiden. Wichtige Indizes:

- Dow Jones Industrial Average: Das weltweit bekannteste Börsenbarometer besteht aus Aktien von 30 US-Großunternehmen. Sein Debüt feierte der älteste amerikanische Index im Mai 1896. Der Dow Jones wird an der New Yorker Wall Street ermittelt.

- DAX: Im Deutschen Aktienindex sind die Werte der 30 führenden deutschen Aktiengesellschaften zusammengefasst. Seit Juli 1988 soll er den heimischen Aktienmarkt in einer handlichen Kennzahl abbilden. Der Index-Stand wird von der Deutschen Börse in Frankfurt am Main jede Sekunde neu berechnet.

- Financial Times Stock Exchange 100: Der FTSE-Index der Londoner Börse wird seit 1984 geführt. Er umfasst die Aktien der 100 größten britischen Unternehmen.

- Nikkei 225: Der führende Index der Aktienkurse an der Wertpapierbörse in Tokio basiert auf den Durchschnittskursen von 225 Titeln. Er umfasst Aktien der größten japanischen Unternehmen. Der Index wurde erstmals 1949 veröffentlicht.

- NASDAQ -Index: In dem Sammelindex sind alle an der US-Technologiebörse NASDAQ notierten Werte enthalten. Dazu gehören Aktien von kleinen Unternehmen bis hin zu Weltkonzernen. Die elektronische Börse sowie der Index wurden 1971 gegründet. Es gibt auch den Auswahlindex NASDAQ -100.

- EuroSTOXX 50: In dem Index sind die Aktien der 50 wichtigsten Unternehmen aus den Euroländern enthalten. Er gilt als zentraler Indikator für die Entwicklung der Börsen in Europa. Die neue Indexfamilie "EuroSTOXX" wurde im Februar 1998 vorgestellt.

- Hang-Seng-Index: Der Index der Börse von Hongkong umfasst Aktienwerte der 33 stärksten chinesischen Unternehmen. Der HSI wird seit 1969 veröffentlicht.

 Stichwort: Börsen-Crash

Der Deutsche Aktienindex notierte am 13. Juli 2007 noch beim historischen Höchststand von 8151,57 Zählern. Seitdem ist der deutsche Leitindex aber kräftig gesunken. Allein am Montag betrug der Tagesverlust über sieben Prozent. Händler sprachen von einem Crash.

Das englische Wort crash (Krach, Unfall, Absturz) hat sich auch bei deutschen Börsianern als Bezeichnung für einen plötzlichen und dramatischen Kurssturz durchgesetzt. Der rapide Absturz meist an einem einzigen "schwarzen Tag" unterscheidet den Crash von einer Baisse. Dieses französische Wort steht für eine längere Phase sinkender Kurse - als Gegensatz zur Hausse für steigende Kurse.

Das Paradebeispiel für einen Börsencrash ist der Zusammenbruch der New Yorker Börse 1929. Damals markierte der Crash den Beginn einer Weltwirtschaftskrise. Den höchsten Tagesverlust an der Frankfurter Börse seit Einführung des Dax gab es am 16. Oktober 1989 mit minus 12,81 Prozent. Seitdem haben am 11. September 2001 die Terror-Anschläge in den USA zu den größten Abgaben im DAX geführt. Damals verlor der Leitindex 8,49 Prozent und notierte bei 4273,53 Punkten.

Stichwort: Baisse und Hausse

Im Gegensatz zum plötzlichen Crash können Aktienmärkte auch allmählich und beständig sinken. Dann spricht man von einer Baisse (frz. Sinken, Fallen). Als Symbol dafür steht der Bär. Denn der Bär richtet sich bei einem Angriff auf und stürzt dann mit seinen Pranken auf sein Opfer nieder. Von Bärenmarkt spricht man daher, wenn Aktien über längere Zeit sinken.

Die Gegenbewegung, also eine längere Zeit andauernde, starke Kurssteigerung, nennt man Hausse (Hoch). Dafür steht dann der Bulle. Er gilt als Sinnbild der Aufwärtsbewegung, weil er stets mit den Hörnern von unten nach oben stößt.

Stichwort: Rezession und Depression

Unter einer Rezession versteht man einen allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung in einem Konjunkturzyklus. In Anlehnung an angelsächsische Definition sprechen viele Volkswirte von einer Rezession bereits dann, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander nicht wächst oder schrumpft. Die Folgen der Finanzmarktkrise werden nach Einschätzung einer Reihe von Experten zu einer Rezession in den USA im laufenden Jahr führen.

Es gibt allerdings auch eine zurückhaltendere Definition: Danach sprechen manche Volkswirte erst dann von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung eines kompletten Jahres hinter das Vorjahr zurückfällt.

In einer Rezession gehen üblicherweise die privaten Investitionen und die Unternehmensgewinne zurück. Dadurch geraten Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Löhne der Arbeitnehmer kommen unter Druck und der private Verbrauch sinkt. Eine Rezession hat in der Regel auch Kursverluste an der Börse zur Folge.

Eine ausgeprägte Form der Konjunkturabkühlung ist die Depression. Diese ist gekennzeichnet durch eine hohe Arbeitslosigkeit, geringe Kapazitätsauslastung der Wirtschaft sowie eine geringe Investitionstätigkeit. Die heftigste Form einer Depression war die Weltwirtschaftskrise 1929. Bis dahin gingen Volkswirte davon aus, dass keine wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur notwendig seien. Seitdem versuchen Regierungen und Notbanken häufig durch eine Stabilisierungspolitik eine Rezession oder eine Depression zu verhindern. So hat die amerikanische Regierung jetzt ein Konjunkturpaket angekündigt, um mit Steuersenkungen die Wirtschaft zu stimulieren. Zudem hat die US-Notenbank begonnen, die Zinsen zu senken.

Neben der Rezession und der Depression besteht der Konjunkturzyklus noch aus der Expansion (Aufschwungphase) und dem Boom (Hochkonjunktur).

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