Hypotheken-Streit

JPMorgan muss 4,5 Milliarden Dollar zahlen

New York - Im Streit wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte hat sich die US-Großbank J.P. Morgan Chase mit ihren Investoren auf die Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) geeinigt.

Die Einigung sei ein "weiterer wichtiger Schritt" in den Bemühungen, die Hypotheken-Streits beizulegen, teilte JPMorgan am Freitagabend mit. Unter den Investoren sind auch deutsche Banken. Die Einigung bedarf noch einer gerichtlichen Zustimmung und der Zustimmung zahlreicher Treuhänder, die dafür bis zum 15. Januar Zeit haben. Die Frist kann um weitere 60 Tage verlängert werden.

In dem Streit geht es um die Ausgabe von hypothekengesicherten Wertpapieren. Die Investoren hatte die umstrittenen Papiere während der Finanzkrise zwischen 2005 und 2008 gekauft. JPMorgan und ihre angeschlagene Investmentbanktochter Bear Stearns hatten die Wertpapiere ausgegeben, die nach dem Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2007 weitgehend wertlos wurden. Die Investoren verlangten Schadensersatz.

Erst Ende Oktober hatte JPMorgan wegen des Verkaufs hochriskanter Hypothekenkredite im Vorfeld der US-Immobilienkrise des Jahres 2008 in einen Vergleich über insgesamt 5,1 Milliarden Dollar eingewilligt. Mit vier Milliarden Dollar davon soll laut der Aufsichtsbehörde FHFA der Vorwurf aus der Welt geschafft werden, das Institut habe in den Jahren 2005 bis 2007 den inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac wissentlich Ramschpapiere im Umfang von 33,8 Milliarden Dollar verkauft.

Mit beiden Vergleichen wird jedoch nur ein Teil der Rechtsstreitigkeiten beigelegt, mit denen sich JPMorgan konfrontiert sieht. Mit dem US-Justizministerium verhandelte die Bank laut Medienberichten zuletzt über ein Vergleichspaket im Umfang von 13 Milliarden Dollar zur Einstellung von Verfahren.

JPMorgan galt lange als Vorzeigebank, weil sie die US-Hypothekenkrise am besten überstand, doch geriet auch sie wegen unseriöser Geschäfte in die Kritik. Sie zahlte früher bereits 5,3 Milliarden Dollar zur Beilegung mehrerer Rechtsstreitigkeiten wegen ihrer Verkaufspolitik bei gefährlichen Finanzpapieren. Ende Oktober musste die Bank ihren ersten Quartalsverlust seit fast zehn Jahren bekanntgeben. Allein für Prozesskosten gab das Geldhaus 9,15 Milliarden Dollar aus.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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