Jubiläum: Airbus meistert Barriere

- München/Hamburg - Vor 30 Jahren wurden die Gründerväter des Airbus in Europa und noch viel mehr in Amerika ausgelacht - jetzt hat das erfolgreichste europäische Industriekonsortium allen Grund zum Feiern: Airbus hat seit der ersten Order über drei A300 im Jahr 1972 durch Air France mehr als 5000 Flugzeuge verkauft.

<P>Zwar stehen offiziell erst 4986 feste Bestellungen von mehr als 220 Kunden aus aller Welt in den Auftragsbüchern. Tatsächlich aber ist die 5000-Barriere schon gemeistert. Das hat jetzt das führende deutsche Magazin der Zivilluftfahrt Aero International ermittelt. Zählt man die jüngst erfolgten Bestellungen über 18 Maschinen der A320-Familie durch Virgin America und über 20 Airbus A330-300 durch die chinesische CASGC hinzu, ist die Marke von 5000 Flugzeugen überschritten. <BR><BR>Airbus hat dieses Jubiläum noch nicht publik gemacht. Es ist jahrzehntealter Brauch in der Branche, besonders spektakuläre Aufträge möglichst auf einer der großen internationalen Luftfahrt-Schauen zu verkünden. Spätestens in einer Woche dürfte das große Jubiläum auf der britischen Air Show in Farnborough (19. bis 25. Juli) auch öffentlich gefeiert werden können. <BR><BR>Das erste Flugzeug, eine A300, wurde vor gut 30 Jahren, am 23. Mai 1974, vom treuen Airbus-Kunden Air France in Dienst gestellt, der mit 134 bestellten Flugzeugen bis heute einer der größten Abnehmer ist. Mehr Flugzeuge haben bisher die Deutsche Lufthansa (196) sowie die großen US-Fluggesellschaften United Airlines (195), Northwest Airlines (194), US Airways (156) und der Billigflieger Jet-Blue Airways (143) geordert. Airbus ist auf dem wichtigsten Luftfahrtmarkt USA längst genauso etabliert wie Boeing.<BR><BR>Das große Geld bringt die 1984 gestartete A320-Familie, von der bis heute 3202 Exemplare bestellt worden sind. Nicht weniger als 1463 entfallen allein auf die drei Typen A318, A319 und A321. Doch auch die Großraum- Geschwister A330 und A340 haben sich weltweit hervorragend bewährt: Bis heute wurden 844 große Europäer verkauft. Für den doppelstöckigen Airbus A380, der in acht Monaten zum Jungfernflug abheben wird, liegen schon jetzt 129 Bestellungen von elf Kunden vor.<BR><BR>Vor gut drei Jahrzehnten haben nur wenige Enthusiasten an einen Erfolg geglaubt. Nur zu oft gingen die Regierungen in Bonn auf Distanz. In den deutschen Medien war jahrelang vom Millionengrab und der Chancenlosigkeit der Europäer gegenüber den Amerikanern die Rede. Inzwischen hat sich das radikal geändert: Airbus hat in den letzten Jahren mehr Flugzeuge als Boeing verkauft und im vergangenen Jahr erstmals den US-Konkurrenten auch bei der jährlichen Auslieferung übertroffen. Trotzdem hat der mächtige US-Konzern, der mit dem zweistrahligen Projekt 7E7 jetzt Airbus wieder übertrumpfen will und der seit 1957 Verkehrsflugzeuge produziert, natürlich noch immer die Nase vorn. Seit 1957 hat Boeing insgesamt 15 672 Düsenverkehrsflugzeuge verkauft, weit mehr als 5000 allein von der erfolgreichen 737-Familie.<BR><BR>In der A320-Familie ist der Boeing 737 in erstaunlich kurzer Zeit wenigstens ebenbürtige Konkurrenz erwachsen. Eine Zahl vor allem spricht heute Bände: Anfang 1999 verkündete Airbus stolz die 3000. Order. Bis zur 5000-Marke brauchte Airbus nur noch fünfeinhalb Jahre. <BR></P><P> </P>

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