Bayern: Hunderte Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

Nürnberg - 300 Jugendliche in Bayern suchen noch immer einen Ausbildungsplatz. Obwohl Fachkräfte gesucht werden und Lehrstellen frei sind, konnten sie nicht vermittelt werden. Der Grund ist banal.

Knapp 300 bayerische Jugendliche sind trotz einer Nachvermittlungsaktion der Arbeitsagenturen ohne Ausbildungsplatz geblieben.

Fast 400 weitere Schulabgänger hingegen konnten noch nach dem Start des offiziellen Ausbildungsjahres untergebracht werden, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.

Positive Entwicklung

Insgesamt seien im Freistaat rund 100 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. “Unter den großen Flächenstaaten haben wir den besten Ausbildungsstellenmarkt bundesweit“, sagte der Staatssekretär im Arbeitsministerium, Markus Sackmann.

Zwischen Oktober 2008 und September 2009 haben sich den Angaben zufolge insgesamt 82 000 Bewerber für einen Ausbildungsplatz bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Fast alle konnten einen Vertrag unterschreiben.

Für die 687 unversorgten Schulabgänger starteten die Agenturen die Nachvermittlungsaktion, mit der sie die Zahl der Betroffenen bis Januar auf 293 reduzieren konnten. Für die Vermittlung der Jugendlichen standen insgesamt 224 Millionen Euro zur Verfügung.

Fachkräftemangel und unbesetzte Stellen

Aufgrund des demografischen Wandels steht Industrie und Handwerk ein Fachkräftemangel ins Haus. “Der Markt hat längst gedreht. Bereits 20 Prozent der Ausbildungsbetriebe konnten ihre Lehrstellen nicht besetzen“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, Peter Driessen.

Die unversorgten Jugendlichen können diese offenen Stellen oftmals nicht antreten, weil sie aufgrund ihres Alters keine weiten Wege zu den Betrieben zurücklegen oder in andere Regionen umziehen können. Prognosen zufolge werden 2030 rund 28 000 junge Fachkräfte fehlen.

Traurige Bilanz

“In Bayern ist und bleibt es das Ziel, dass alle ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz erhalten“, betonte Sackmann.

Im Januar waren im Freistaat rund 7000 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos, das entspricht einer Quote von 2,4 Prozent. Bei den unter 25-Jährigen waren 38 300 auf Jobsuche - ein Anstieg um fast zehn Prozent binnen Jahresfrist.

dpa

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