Junck wird Chef des neuen Stahlgiganten Arcelor Mittal

- London/Luxemburg - Der Luxemburger Roland Junck wird Chef des neuen Stahlgiganten Arcelor Mittal. Der 50-jährige bisherige Vizepräsident im Management von Arcelor übernimmt den Vorsitz einer insgesamt sechsköpfigen Geschäftsführung.

Dies teilte der indische Firmenchef Lakshmi Mittal in London mit. Seine Familie wird künftig 45 Prozent am mit Abstand weltgrößten Stahlproduzenten halten.

Der bisherige Chef der Arcelor-Geschäftsführung, Guy Dollé, schied aus. Er hatte die Übernahme durch Mittal erbittert bekämpft und stattdessen ein Zusammengehen mit dem russischen Unternehmen SeverStal favorisiert. Junck war bisher einer von drei Arcelor-Vizepräsidenten an der Seite Dollés. Nach seiner Ernennung sagte Junck: "Ich habe immer das Potenzial einer Fusion beider Unternehmen gesehen." Er werde alles tun, um die Integration zu verwirklichen. Mittal sagte, Junck habe die Fähigkeit, "ein Unternehmen von unterschiedlichen Kulturen" zu führen.

Der Geschäftsführung gehören jeweils drei Vertreter der beiden fusionierten Unternehmen an. Mittals Familie ist durch Aditya Mittal, den Sohn des Firmengründers und bisherigen Finanzchef von Mittal Steel, in der neuen Geschäftsführung direkt vertreten. Aditya Mittal ist nun auch Finanzchef des gesamten Konzerns. Sein bisheriger Counterpart bei Arcelor, Gonzalo Urquijo, gehört zwar auch der neuen Geschäftsführung an, verliert jedoch das Finanz-Portfolio.

Vorsitzender des Arcelor Mittal-Verwaltungsrates bleibt bis zum Auslaufen seines Mandats Joseph Kinsch. Er wird dann von Lakshmi Mittal abgelöst, der seit Freitag offiziell Präsident des Verwaltungsrates ist. Dem Aufsichtsgremium gehören jeweils sechs von Arcelor und Mittal Steel benannte Vertreter sowie je drei Repräsentanten von Aktionären und Mitarbeitern an. Mittal bestätigte, dass Arcelor Mittal seinen Sitz in Luxemburg haben werde.

Zur Geschäftsführung von Arcelor Mittal gehören auch der bisherige Arcelor-Mitgeschäftsführer Michel Wurth sowie seitens Mittal Steel Malay Mukherjee und Davinder Chugh. Mittal hat bisher 92 Prozent des Arcelor-Kapitals übernommen und dafür mit eigenen Mittal-Aktien sowie mit 7,8 Milliarden Euro in bar bezahlt. Arcelor Mittal erwartet für das laufende Jahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung zwischen 12 und 12,5 Milliarden Euro. Der neue Stahlgigant beschäftigt an 61 Standorten in 27 Staaten rund 320 000 Menschen.

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