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Was junge Eltern wissen müssen

München - Kommt das erste Kind, haben Paare viele Fragen. Ganz neu sind dann auch die Themen Elterngeld und Elternzeit.  Angehende Erziehungsberechtigte sollten vor allem eins: sich frühzeitig informieren.

Vor dem ersten Kind kennen die meisten Paare das Elterngeld zwar dem Namen nach. Doch wann, wo und wie die staatliche Leistung beantragt werden muss, ist ihnen oft nicht bekannt. Ähnlich geht es vielen mit der Elternzeit. Denn kaum einer weiß, was eigentlich in dem Antrag stehen muss, den die angehenden Eltern ihrem Arbeitgeber geben. Damit Berufstätige einen Überblick bekommen, hier wichtige Informationen:

Elterngeld und Elternzeit: Was ist was?

Das Elterngeld ist eine finanzielle Unterstützung vom Staat. Anspruch hat grundsätzlich jeder, der Nachwuchs bekommt. Das Thema Elternzeit beschäftigt dagegen nur angestellte Arbeitnehmer. Ihnen gibt der Gesetzgeber das Recht, nach der Geburt des Kindes ihr Arbeitsverhältnis für eine bestimmte Zeit ruhen zu lassen.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Der Mindestbetrag beim Elterngeld liegt bei 300 Euro pro Monat. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern das Kind selbst betreuen und die Person, die Elterngeld bezieht, nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet. „Grundsätzlich ist das Elterngeld ein Einkommensersatz“, erklärt Frauke Greven von der Spielraum-Projekt Vereinbarkeit GmbH, einem Unternehmen, das zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen möchte. Wer die Erwerbstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbricht, erhält 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens, bis zu einem Höchstbetrag von 1800 Euro monatlich.

Wie lange zahlt der Staat Elterngeld?

Das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt. Alleinerziehende bekommen das Geld in der Regel unproblematisch für diesen Zeitraum. Bei Paaren sieht der Gesetzgeber eine Besonderheit vor: Sie bekommen die staatliche Leistung nur dann für 14 Monate, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen. Sprich: Setzt etwa nur die Mutter von ihrem Job aus, zahlt der Staat höchstens für 12 Monate Elterngeld. Nur wenn auch der Vater für mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt, bekommt das Paar die Unterstützung für 14 Monate.

Wo beantragt man das Elterngeld?

Das Elterngeld muss bei der Elterngeldstelle beantragt werden. Für den Antrag müssen Eltern ein Formblatt ausfüllen. Zuständig in Bayern ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS). Für Oberbayern gibt es vier Zentren – die Zuständigkeit richtet sich nach dem Geburtsdatum des Kindes. Nähere Informationen unter www.zbfs.bayern.de.

Wann beantragt man das Elterngeld?

Das Elterngeld können Mütter und Väter erst beantragen, wenn der Nachwuchs auf der Welt ist. Dann muss der Antrag bei der Elterngeldstelle innerhalb von drei Monaten eingehen. Das Geld wird auch rückwirkend gezahlt.

Wie viele Menschen beziehen Elterngeld?

Laut Statistischem Bundesamt nimmt die Mehrheit der Eltern Elterngeld in Anspruch. Für 182 888 der 219 685 Kinder, die zwischen Juli und September 2010 geboren wurden, beantragten die Erziehungsberechtigten Elterngeld.

Wie und wo beantragt man Elternzeit?

Elternzeit beantragen Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber. „Der Antrag muss diesem spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit vorliegen“, sagt Friedrun Bastkowski vom Berliner Verein Kobra, der Frauen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie berät. Das bedeutet, dass Frauen ihren Antrag spätestens eine Woche nach der Geburt einreichen müssen. Denn sie genießen acht Wochen nach der Geburt noch Mutterschutz. Die Elternzeit beginnt damit frühestens in der achten Woche nach der Geburt. Wollen Väter unmittelbar nach der Geburt Elternzeit nehmen, müssen sie ihren Antrag sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einreichen.

Wie muss der Antrag aussehen?

Der Antrag sollte den Briefkopf enthalten, eine Anrede sowie den Zeitraum mit genauem Datum von wann bis wann Arbeitnehmer Elternzeit nehmen wollen. Wer ganz sichergehen möchte, kann den Arbeitnehmer um eine schriftliche Bestätigung bitten, dass er den Antrag bekommen hat. Der Arbeitgeber kann den Antrag des Arbeitnehmers übrigens nicht ablehnen. Denn der Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit.

Wie lange kann man Elternzeit nehmen?

Vater und Mutter können ihr Arbeitsverhältnis jeweils für maximal drei Jahre ruhen lassen. In dieser Zeit können sie nur in Ausnahmesituationen – etwa im Fall einer Insolvenz – gekündigt werden. Bei der Beantragung der Elternzeit müssen sie sich festlegen, wie sie die zwei Jahre nach Beginn der Elternzeit gestalten wollen: So müssen sie dem Arbeitgeber zum Beispiel sagen, ob sie etwa zwei Jahre pausieren wollen oder nur eines und dann etwa Teilzeit arbeiten möchten. Von der Festlegung für die zwei Jahre können Arbeitnehmer nur wieder abweichen, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Angehende Eltern sollten sich daher vorab gut überlegen, was sie beantragen. Nach dem Ablauf des zweiten Jahres können Eltern sich dann entscheiden, ob sie noch ein drittes Jahr Elternzeit nehmen wollen.

Kristin Kruthaup

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