Junge Managerin wird mächtigste Person bei Henkel

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Düsseldorf (dpa) - Beim Waschmittel-Hersteller Henkel wird nach mehr als 130 Jahren erstmals eine Frau das Sagen haben. Die 39-jährige Henkel-Erbin Simone Bagel-Trah soll in den kommenden Jahren sowohl den Vorsitz des Aufsichtsrates als auch den Vorsitz des Gesellschafterausschusses übernehmen.

Das kündigte der 72-jährige Amtsinhaber Albrecht Woeste am Montag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf an. Damit wird zeitversetzt zur Konzernspitze auch auf der Seite der Familie ein Generationswechsel vollzogen. Woeste will noch eine Zeit lang den neuen Konzernchef Kasper Rorsted begleiten, der unmittelbar nach der Hauptversammlung die Konzernführung übernimmt. Der 46-jährige Däne löst Ulrich Lehner ab, der nach acht Jahren an der Spitze des DAX-Konzerns abtritt.

Vom Führungswechsel erhoffen sich Aktionärsschützer eine künftig höhere Gewinnausschüttung. Die Ausschüttungsquote von etwa 25 Prozent sei die niedrigste unter den 30 im DAX notierten Unternehmen, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher. Die Dividende sei trotz der Steigerungen in den vergangenen Jahren auf einem niedrigen Niveau. "Es gibt noch ganz viel Spielraum nach oben", betonte sie. Lehner dämpfte die Erwartungen. "Wir schütten 25 Prozent des Jahresüberschusses aus", bekräftigte er. Diese Ausschüttungsquote gewährleiste eine Steigerung des Unternehmenswertes durch die Stärkung der Innovationskraft.

Der 61-Jährige Lehner erhielt auf dem Aktionärstreffen viel Lob für seine Amtszeit. "Die Ära Rorsted beginnt, das Haus ist gut bestellt", sagte die Vertreterin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Reinhild Keitel. Der neue Konzernchef müsse nun die Integration der größten Übernahme der Firmengeschichte meistern. Henkel hatte Anfang April für 3,7 Milliarden Euro Klebstoffgeschäfte von Akzo Nobel übernommen. Benner-Heinacher verdeutlichte, dass Lehner als "Mister Persil" angetreten sei und nun als "Mister Pattex" gehe. Die wachstumsstarken Klebstoffgeschäfte seien stark ausgebaut worden und machten künftig 50 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Auf einhellige Kritik der Aktionärsschützer stieß die vorgesehene Umfirmierung der Henkel KGaA zur Henkel AG & Co. KGaA. Damit wähle Henkel eine komplizierte Rechtsform, die nicht den internationalen Gepflogenheiten entspreche. "Eine ganz normale AG mit ganz normalen Aktionären - das hätten wir uns gewünscht", sagte Benner-Heinacher.

Andere DAX-Unternehmen wie die Allianz und BASF gingen einen anderen Weg mit der europäischen Aktiengesellschaft SE. Damit würden die Gremien verkleinert und die Arbeit effizienter. Bei Henkel komme aber durch die neue Henkel Management AG ein weiterer Aufsichtsrat hinzu. SdK-Vertreterin Keitel betonte, die Familie Henkel hätte durch ihre Mehrheit an den Stammaktien auch bei der Rechtsform AG das Sagen.

Der neue Konzernchef Kasper Rorsted war vor drei Jahren zu Henkel gekommen. In den vergangenen Tagen hatte der 46-Jährige bereits durchblicken lassen, dass er die Entwicklung des DAX-Unternehmens beschleunigen wolle. Der Wechsel an der Spitze von Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss wird innerhalb von drei Jahren erwartet, wie im Umfeld des Unternehmens verlautete.

Simone Bagel-Trah ist Ur-Ur-Enkelin von Firmengründer Fritz Henkel. Sie repräsentiert die fünfte Generation bei dem familiendominierten Klebstoff-, Waschmittel- und Kosmetikhersteller. Die promovierte Biologin Bagel-Trah war zunächst als selbstständige Beraterin tätig. Bereits seit dem Jahr 2000 ist sie Partnerin und Geschäftsführerin eines Forschungsunternehmens.

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