+
Kali-Mine von K+S. Die Übernahme sei nicht im Interesse des Unternehmens, sagte K+S. Foto: Ole Spata

K+S lehnt geplante Übernahme durch Konkurrenten Potash ab

Der Kasseler Kali- und Salz-Produzent K+S hält wie erwartet nichts vom Übernahmeplan seines Konkurrenten Potash. Bei der Absage wird K+S-Konzernchef Steiner unerwartet deutlich.

Kassel (dpa) - Der kanadische Düngemittelhersteller Potash ist mit seinem Übernahme-Vorstoß beim Kali- und Salz-Produzenten K+S abgeblitzt.

"Nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der Gesamtumstände" hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, den Vorschlag abzulehnen, teilte der Kasseler Dax-Konzern am Donnerstag mit. K+S und Potash gehören zu den größten Kaliherstellern der Welt. K+S ist zudem der weltweit größte Salzhersteller, Potash in dem Bereich bislang nicht vertreten.

Potash hatte laut K+S 41 Euro je Aktie geboten. Dies zeige "nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens", sagte K+S-Chef Norbert Steiner. Einen angemessenen Preis wollte Finanzvorstand Burkhard Lohr allerdings nicht beziffern.

K+S baut in Kanada selbst eines neues Kaliwerk für 4,1 Milliarden kanadische Dollar (rund 3,0 Milliarden Euro) auf, wie Steiner erklärte. Das K+S-Projekt Legacy soll Ende 2016 in Betrieb gehen. Potash wolle K+S übernehmen und damit Kontrolle über Legacy erhalten, so Steiner. Das Projekt liege im Zeit- und Kostenplan, sagte Lohr. Vor allem wegen Legacy rechnet K+S damit, bis 2020 den operativen Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 1,6 Milliarden Euro fast zu verdoppeln (2014: 895 Millionen Euro).

Zudem scheine Potash kein nachhaltiges Interesse zu haben, die "verknüpften Düngemittel- und Salzaktivitäten in der jetzigen Form fortzuführen", erklärte der K+S-Chef. Auch habe Potash trotz Nachfrage "keine verbindlichen Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14 000 Beschäftigten von K+S gemacht".

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie (IG BCE) begrüßte die Ablehnung durch K+S. "Auf Basis der vorliegenden Informationen können wir die Potash-Offerte nicht positiv bewerten. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Zukunftsperspektiven der deutschen Standorte", sagte der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadi.

Die Kanadier hatten bereits 1996 Interesse an K+S gezeigt, scheiterten aber am Kartellrecht.

Mitteilung K+S

Mitteilung K+S zur Ablehnung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehr als zehn Interessenten buhlen um Air Berlin
Für die insolvente Air Berlin gibt oder gab es offenbar deutlich mehr Interessenten als bisher bekannt. „Wir haben mit mehr als zehn Interessenten gesprochen, darunter …
Mehr als zehn Interessenten buhlen um Air Berlin
Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Eschborn (dpa) - Wegen der kühlen Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2016 mussten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern laut einer Analyse mehr heizen als im …
Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Der Bund erwartet eine EU-Quote für Elektroautos - doch das ächzende deutsche Stromnetz ist auf eine massenhafte Verbreitung von E-Mobilen gar nicht vorbereitet. Eng …
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Damit die Luft in Städten besser wird, sollen alte Diesel runter von der Straße - das war ein Ergebnis des Dieselgipfels. Autobauer bieten Prämien für Kunden, die sich …
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer

Kommentare