Kabel Deutschland für Fusion mit Konkurrenten

München/Berlin - Adrian von Hammerstein, Chef von Kabeldeutschland, hat sich für eine Fusion der Kabelnetzbetreiber untereinander ausgesprochen. Einen ähnlichen Anlauf hatte das Bundeskartellamt 2004 vereitelt.

Der Chef des größten TV- Kabelnetzanbieters Kabel Deutschland (KDG), Adrian von Hammerstein, hat sich für eine Fusion der Kabelnetzbetreiber untereinander ausgesprochen. "Es gibt eine überzeugende industrielle Logik für eine solche Konsolidierung", sagte er der Tageszeitung "Die Welt" (Montag). Für die Entwicklung der Breitbandinfrastruktur in Deutschland und für die Verbraucher und die Wirtschaft wäre dies nach Ansicht des KDG-Chefs von Vorteil. "Zielsetzung muss ein nachhaltiger Infrastrukturwettbewerb zwischen Kabel- und Telekomgesellschaften sein und der erfordert eine weitere Konsolidierung der hiesigen Kabelanbieter", sagte von Hammerstein.

Einen ähnlichen Anlauf hatte das Bundeskartellamt bereits 2004 vereitelt. Doch der KDG-Chef hofft auf ein Umdenken der Behörde. "Man sieht auch dort, dass die Kabelgesellschaften viel Geld investieren, um in das Telekommunikationsgeschäft einzusteigen und dort für mehr Wettbewerb zu sorgen", sagte er. Auch die eigene Übernahme durch einen Telekommunikationsanbieter hält von Hammerstein für möglich.

Mit 11,26 Millionen Abonnements sieht sich Kabel Deutschland als Marktführer in Deutschland. Im dritten Quartal hatte das Unternehmen unter anderem durch Abschreibungen und höhere Steuern einen Verlust von 22,3 Millionen Euro nach einem Gewinn von 3,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum eingefahren. Den Umsatz steigerte KDG um 15,4 Prozent auf 339,3 Millionen Euro.

Hammerstein hatte bereits angekündigt, dass das Unternehmen weiter an seinen Kostenstrukturen arbeiten müsse, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Schon im November hatte Kabel Deutschland den Abbau von 200 Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 2750 Mitarbeiter.

dpa

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