Kabel Deutschland stößt auf Kartell-Bedenken

- München - Die geplante Übernahme von drei kleineren Wettbewerbern durch Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) stößt bei Kartellwächtern auf Bedenken. Es sei eine entsprechende Abmahnung des Bundeskartellamtes eingegangen, sagte ein KDG-Sprecher. "Im Kern besagt die Zwischenbewertung der Behörde, dass sie den Antrag, so wie er vorliegt, nicht genehmigen würde." Kabel Deutschland will seine Marktführerschaft mit der Übernahme von Ish aus Nordrhein-Westfalen, Kabel Baden-Württemberg sowie Iesy aus Hessen ausbauen.

Bereits Anfang April hatten sich die beteiligten Unternehmen über den Verkauf geeinigt, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellwächter steht. Das Geschäft hat ein Volumen von insgesamt 2,7 Milliarden Euro. Kabel Deutschland versorgt bereits heute in 13 Bundesländern 9,7 Millionen Haushalte. Nach einer Übernahme wären 17 Millionen Haushalte direkt oder indirekt an das Kabelnetz angeschlossen. Gegen die Pläne hatten sich andere Kabelnetzbetreiber, aber auch Fernsehsender gewandt. Nach der Abmahnung hat KDG nun die Möglichkeit, durch Zugeständnisse die Bedenken der Behörde zu zerstreuen.

Die etwa 80 Seiten starke Stellungnahme des Bundeskartellamtes müsse zunächst eingehend geprüft werden, um über das weitere Vorgehen entscheiden zu können, sagte der KDG-Sprecher. "Wir sind grundsätzlich bereit, dem Kartellamt entgegenzukommen und Angebote zu machen, die dann hoffentlich zu einer positiven Bewertung der Behörde führen werden."

Die Behörde will heute über den Zwischenstand ihrer Untersuchung zum Kabelnetz informieren. Das Kartellamt will bis zum 7. Oktober entscheiden, ob KDG die Kabelbetreiber übernehmen darf.

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