Kabel-TV: Träume vom Monopol geplatzt

- Bonn/München - Seit Jahren schon ringen Investoren mit dem Bundeskartellamt um die Macht über die deutschen Kabelnetze. Zu verlockend erscheint es, den Zugang zu derzeit rund 17 Millionen Kabelhaushalten zu kontrollieren. Nun sind aber auch die Monopol-Träume des Marktführers Kabel Deutschland GmbH (KDG) geplatzt. Auf Druck des Kartellamts musste das Unternehmen seine Pläne aufgeben, die drei Konkurrenten zu übernehmen. Mit dem Kauf der regionalen Kabelnetzgesellschaften Ish (Nordrhein-Westfalen), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg (KBW) für insgesamt 2,7 Milliarden Euro wäre KDG zum alleinigen Anbieter von Kabelfernsehen in Deutschland geworden. Mit etwa 10 Millionen Kunden ist das Unternehmen schon heute größter Betreiber.

Kartellamts-Präsident Ulf Böge sagte, der technische Fortschritt im Kabel sei vor allem von den kleineren Gesellschaften vorangetrieben worden. "Die Schaffung eines Kabelmonopols würde diese Entwicklung eher bremsen." Um das Kartellamt milde zu stimmen, bot das Unternehmen nach einem ersten Veto der Wettbewerbshüter eine Reihe von Kompromissvorschlägen an. Diese reichten dem Bundeskartellamt aber nicht aus.<BR><BR>Wie es nun vor allem mit den kleineren Anbietern weitergeht, ist offen. "Eine weitere Selbstständigkeit ist ebenso möglich wie die Fusion zweier oder mehrerer Kabelunternehmen oder ein einfacher Verkauf", erklärte der Kölner Kabelnetzbetreiber Ish. Damit sind alle Möglichkeiten offen und es ist gut möglich, dass der Kampf um die Kabelnetze Verbraucherschützer, Kartellwächter und Medienfirmen noch öfters beschäftigen wird. "Es wird sicher nicht beim derzeitigen Status quo bleiben", so ein Branchenexperte.<BR>

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