MWG kämpft ums Überleben

- München/Ebersberg - Das Ebersberger Hochtechnologieunternehmen MWG Biotech bleibt ein Sanierungsfall. Bei einem Umsatz von 33 Millionen wurde im Jahr 2004 ein Verlust von über 40 Millionen Euro eingefahren. Jetzt soll mit einem geplanten Kapitalschnitt von 5:1 die Notbremse gezogen werden.

Das Eigenkapital der Gesellschaft wird trotz der erfolgten Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung und des Verkaufs aller eigenen Aktien auf knapp neun Millionen Euro abgeschmolzen sein. "Es wäre unseriös zu behaupten, wir hätten es schon geschafft", räumte der neue Vorstandssprecher Wolfgang Pieken in München ein. Ohne die Ausgabe der Wandelschuldverschreibung wäre die Firma im Frühjahr pleite gewesen. <BR><BR>Inzwischen hat sich die Aktiengesellschaft unter Zeitdruck von zwei der vier Geschäftsbereiche getrennt, um eine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens Mitte 2005 abzuwenden. <BR><BR>Die Laborautomation war ein Flop. Statt der geplanten 120 Geräte konnten nur ganze drei Stück verkauft werden. Auch der defizitäre Geschäftsbereich Genomic Diagnosis wurde geschlossen und nach Indien verkauft. Pieken übte unüberhörbar Kritik am im August ausgeschiedenen Vorstand Thomas Becker. Die Sanierung sei "sehr spät" angegangen worden. Beckers Nachfolger schätzt nach der Verschlankung des Unternehmens von 380 auf inzwischen 165 Mitarbeiter, der Auflösung zahlreicher Niederlassungen und der Fokussierung auf das Kerngeschäft "die Gefahr, dass MWG Biotech insolvent wird, als sehr gering ein".<BR><BR>Künftig wird sich das Unternehmen nur mehr der Herstellung von synthetischen Nukleinsäuren und dem Lesen der Gene in ein- und mehrzelligen Organismen widmen. Diese beiden Bereiche trugen im Jahr 2004 über 71 Prozent des Gesamtumsatzes. "Wir stellen kleine Genproben für den breiten Forschungsmarkt her und arbeiten dabei 350 Einzelaufträge pro Woche ab", so Pieken.<BR>

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