Das von Iglo Deutschland zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Käpt‘n Iglo. Der Fischstäbchenhersteller Iglo will dem Konkurrenten Appel Feinkost verbieten, mit einer ähnlichen Werbefigur im Seemannslook ...
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Ein Herz für Fischstäbchen: Generationen von Erwachsenen verdanken ihren Erstkontakt mit Fisch Käpt‘n Iglo.

Werbefigur

Käpt’n Iglo geht vor Gericht unter: Irrer Streit um Kapitänsmütze, Elblotsenmütze und „eleganten Dreiteiler“

  • Thomas Schmidtutz
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Käpt’n Iglo wirbt seit Jahrzehnten für Fischstäbchen. Auch Konkurrent Appel Feinkost schickt einen älteren Herren für seine Produkte ins Rennen. Jetzt kam es zum Showdown vor Gericht.

München – Im Streit um seine berühmte Werbefigur Käpt’n Iglo hat der Hamburger Tiefkühlkost-Hersteller Iglo heute eine juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht München wies die Klage der Hanseaten gegen den Konkurrenten Appel Feinkost ab, eine ähnliche Werbefigur verbieten zu lassen.

Iglo hatte Appel Feinkost vorgeworfen, den berühmten Käpt‘n einfach abgekupfert zu haben und den Wettbewerber wegen einer möglichen Irreführung von Verbrauchern daher verklagt. Doch die Richter am Landgericht München folgten den Vorwürfen nicht. Laut Urteil habe Appel Feinkost Käpt‘n Iglo nicht einfach kopiert, auch wenn es sich bei beiden Werbefiguren um ältere Herren mit Bart handele, die Mützen tragen. Die Richter wiesen auf die Unterschiede hin: Die Mützen sind unterschiedlich - in einem Fall eine Kapitänsmütze, im anderen eine Elblotsenmütze.

Gericht: Käpt‘n Iglo ist ein Seemann, die Appel-Figur ein „gut situierter Herr“

Die Appel-Figur trägt demnach auf den meisten Bildern keinen blauen Anzug wie Käpt‘n Iglo, sondern einen grauen Anzug, wie das Gericht nach der Urteilsverkündung mitteilte. Und anders als Käpt‘n Iglo trägt die Appel-Figur laut Gericht auch keinen weißen Rollkragenpullover und kein weißes T-Shirt, „sondern eine karierte Weste mit Krawatte sowie einen Seidenschal“. Die Appel-Figur ist demnach kein Seemann, sondern ein „gut situierter Herr in einem eleganten Dreiteiler“. Dementsprechend sehen die Richter keine Verwechslungsgefahr und damit auch keine Irreführung der Käufer tiefgekühlter Fischprodukte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa/utz)

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