+
Experten für den guten Geschmack: Die Wasser- und Kaffeemaschinen-Spezialisten Kurt Winkelmeier (v. li.), Christine Büchler-Schedlbauer und Michael Schußmann.

Mit Kaffeewasser gegen Kalkschäden

Für ein Referat beschäftigte sich Kurt Winkelmeier als 16-Jähriger mit dem Thema Wasser. Und es hat ihn bis heute nicht losgelassen. Diese Leidenschaft gipfelt jetzt in einem eigenen Produkt: dem „T&K-fe-Wasser“.

Ein fleckiger Film schwimmt auf der Oberfläche des Kaffees, ein bitterer Geschmack folgt und nach nur kurzer Zeit ruft die teure Maschine nach dem Reparaturdienst oder verlangt zumindest eine aufwändige Entkalkung. Leitungswasser im Kaffee-Automaten birgt so seine Tücken. Das muss sich ändern, dachte sich Kurt Winkelmeier. Der 45-jährige Getränkemarktbesitzer aus Zolling (Landkreis Freising) ist ein Spezialist für Wasser und wurde von Kunden immer wieder auf das Kaffee- und Teeproblem hingewiesen.

„Kaffee braucht Mineralien im Wasser, um sein Aroma zu entfalten“, erklärt Winkelmeier. Aber zu viele dürfen es auch nicht sein, sonst leidet der Geschmack. Optimal ist ein Härtegrad von sechs bis acht. „Der Wert des Münchner Leitungswassers liegt teils bei über 20“, sagt er. Winkelmeiers „T&K-fe-Wasser“, das es erst seit diesem Jahr auf dem Markt gibt, hat einen Härtegrad von sieben – „perfekt für Kaffee“, meint der Unternehmer selbstbewusst. „Das gibt eine Geschmacksexplosion.“ Darüber hinaus schont das spezielle Wasser die Kaffee-Automaten – deren Todfeind der Kalk ist.

Langzeittests bestätigen Wirkung

Zusammen mit der TU München und dem Fraunhofer Institut hat Winkelmeier sein Wasser analysieren und testen lassen. „Es gab auch Langzeittests mit renommierten Maschinenherstellern“, erklärt der 45-Jährige. Jetzt würden sich diese aber zurückhalten. „Die Hersteller sind nicht wirklich froh drum und es gibt kaum mehr Unterstützung“, sagt Winkelmeier. Schließlich ist das Geschäft mit Wartung und Reparatur ein äußerst lukratives. Inzwischen gibt es bereits Gutachten, die bestätigen, dass das Wasser schonend mit den Maschinen umgeht. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.

Drei Jahre hat Winkelmeier getüftelt und nach dem richtigen Wasser gesucht. Aber auf dem Markt hatte er nichts Passendes gefunden. Deshalb holte er sich Partner an Bord. Christine Büchler-Schedlbauer, Inhaberin der Ayinger Firma Internationale Mineralwässer und Kaffee- und Maschinenhändler Michael Schußmann. „So kamen Knowhow und Kontakte hinzu“, sagt Winkelmeier.

Zusammen suchten sie nach einem sauerstoffreichen Wasser, mit einer Härte von sechs bis acht Grad und einem neutralen Säure-, aber hohen Kalziumgehalt. Fündig wurden sie schließlich in einem biologischen Naturreservat der italienischen Alpen in der Lombardei. Nach einem kurzen Besuch dort war klar: Genau dieses Wasser soll es sein. Von dieser Quelle wird auch wirklich nur für das Tee- und Kaffeewasser abgefüllt. Das Wasser kommt direkt vor Ort in 1,5-Liter-Flaschen und dann per Lkw nach Zolling. Fünf Lkw-Ladungen hat Winkelmeier bereits verkauft. „Jetzt steht die nächste große Order an“, sagt er. In seinem Getränkemarkt verkauft er ein Sechser-Pack für 5,98 Euro. „Die Nachfrage ist da“, sagt er. Jeden Tag bekomme er zwei bis drei E-Mails von Interessierten, die fragen, wo es das Wasser zu kaufen gibt. Deshalb baut er gerade einen weiteren Verkaufsarm auf – den Direktvertrieb übers Internet (www.teeundkaffeewasser.de).

Ein großer Fan des Wassers ist auch Kurt Winkelmeier selbst, den das Thema Wasser seit seiner Schulzeit nicht mehr losgelassen hat. Gäste bekommen bei ihm zu Hause eine Tasse Cappuccino oder Latte macchiato serviert – gebraut aus dem eigenen „T&K-fe-Wasser“ und serviert vom stolzen „Erfinder“. Wer nachfragt, dem hält er gerne einen kleinen Vortrag – mit der gleichen Begeisterung wie damals als Schüler.

Von Yvonne Henninger und Stefanie Backs

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

IG Metall droht Siemens mit Streik
Mit massiven Protesten haben Arbeitnehmervertreter auf die angekündigten Stellenstreichungen bei Siemens reagiert. Und weitere Schritte sind geplant. Der Vorstand setzt …
IG Metall droht Siemens mit Streik
ProSiebenSat.1-Chef Ebeling verlässt den Konzern
"Ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm" - so hat ProSiebenSat.1-Chef Ebeling kürzlich eine Kernzielgruppe seiner Senderfamilie beschrieben - wollte das aber nicht …
ProSiebenSat.1-Chef Ebeling verlässt den Konzern
Nach fieser Beleidigung der Zuschauer: Fernseh-Boss muss gehen
Fernsehzuschauer seien fettleibig und arm: Mit diesem Satz kam ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling in die Schlagzeilen. Nun ist er bald seinen Job los. 
Nach fieser Beleidigung der Zuschauer: Fernseh-Boss muss gehen
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Täglich sortiert die Post Dutzende Millionen Briefe. Doch gerade bei Sendungen von Geschäftskunden reichen die Kontrollen offenbar bisher nicht aus. Das sollen Betrüger …
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen

Kommentare