Kakao aus München für Asien und die Insel

Neue Serie: - München - Kinder lieben ihn, Erwachsene haben ihn längst liebgewonnen: Kakao. Kalt oder heiß ist er ein Genuss und immer mehr auch ein Trendgetränk. Feinste Qualität verspricht die Münchner Cacao-Gesellschaft von Michael Beck. Die Top-Adresse für alle Kakao-Trinker.

­Angefangen hat alles vor rund vier Jahren in einem kleinen Büro in der Münchner Westendstraße mit ein paar Dutzend kleinen, weißen Teetüten, gefüllt mit einer Spezial-Mischung aus feinstem Kakao-Pulver, Zucker und Gewürzen. Mittlerweile produziert Michael Beck 50 Tonnen seiner insgesamt 18 "Becks Cocoa Kakaospezialitäten" im Jahr, verkauft sie in 13 Länder inner- und außerhalb Europas und ist sich sicher, dass er auf dem richtigen Weg ist, "der Maggi-Fraktion wieder ein Gespür für Geschmack zu vermitteln", wie er augenzwinkernd betont.

Für Michael Beck ist die Münchner Cacao-Gesellschaft nicht nur ein Job, sie ist seine große Leidenschaft. Wenn der 41-Jährige über Kakao redet, blitzen seinen Augen und als Zuhörer meint man die Schokolade auf der Zunge zu spüren. "Die Industrieware, das ist doch nichts als gefärbte Milch", ärgert sich Beck. Aus dem gemahlenen Pulver werde alles Ursprüngliche herausgenommen und mit Aromen und Zusatzstoffen versetzt.

"Das schmeckt nicht mehr nach richtigem Kakao." Während solche Getränke-Pulver bis zu 80 Prozent aus Zucker bestehen, gibt es bei "Becks Cocoa" mindestens 50 Prozent Kakao pur und keinerlei künstliche Aromastoffe. "Erfunden aus einem einzigen Grund: ,Mir war alles andere nicht gut genug!’ (Michael Beck, Genießer)" ­ heißt es daher selbstbewusst auf den knallig bunten Verpackungen mit der aufgedruckten Kakao-Bohne.

Seinen Firmenstart beschreibt der gebürtige Münchner als "mittleres Drama". Kaum einer habe an ihn und seine Idee geglaubt, vor allem nicht diejenigen, die ihm Geld hätten geben können. "Die Banken haben abgelehnt", erinnert sich Beck. "Wer trinkt denn schon Kakao?!" sei die einzige Bemerkung zu seinem Vorhaben gewesen. Doch er traute sich trotzdem. Er ging volles Risiko und ließ sich seine Kakao-Kreationen durch Lieferanten vorfinanzieren. "Ich bin stur", sagt Beck lachend, "wenn ich etwas anfange, dann zieh ich es auch durch."

Nach einem etwas holprigen Start laufen die Geschäfte mittlerweile besser, sogar die Banken hätten nun Interesse gezeigt, erzählt der bekennende "Kakao-Junkie". Acht Mitarbeiter beschäftigt Beck, bis 2010 sollen es 30 werden.

Für die Regale großer Supermarkt-Ketten sei sein Produkt eher nicht geeignet, doch seine Kundenliste kann sich durchaus sehen lassen: In Taiwan beliefert Beck ein Wiener Kaffeehaus, in London einen Inder, der aus seinem Kakao-Pulver italienisches Eis produziert, und Gespräche mit den USA und den Emiraten sind bereits am Laufen. Und auch der heimische Markt erschließt sich ihm ­ wenn auch langsam. Den Namen "Cocoa" könne zwar kaum einer aussprechen, doch die Optik funktioniere dafür umso besser, die Verpackungen werden wiedererkannt.

Die schwarzen Zahlen hat Michael Beck auf seiner Mission des guten Geschmacks, der feinen Aromen und des Genusses noch nicht erreicht, doch er ist sich seiner Sache sicher: "Qualität setzt sich letztendlich durch."

>>> Mittelstand im Blickpunkt: Alle Folgen der Serie im Überblick

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