Kampf gegen Heuschrecken bei Cewe Color

Germering: - Germering/Oldenburg - Im Abwehrkampf gegen Hedge-Fonds hat der Vorstand des Fotodienstleisters Cewe Color am Freitag die Mitarbeiter über die Situation des Unternehmens informiert. "Wir haben die Aktionäre aufgefordert, ihr Stimmrecht wahrzunehmen und gegen die Forderung mancher Hedge-Fonds zu stimmen", sagte die Betriebsratvorsitzende des Oldenburger Unternehmens, Thekla von Holdt, der dpa.

In allen acht deutschen Standorten mit rund 1700 Mitarbeitern habe es am Freitag außerordentliche Betriebsversammlungen gegeben.

In der Germeringer Niederlassung von Cewe gingen rund 200 Mitarbeiter und mit ihnen die Geschäftsführung vor Ort auf die Straße. Cewe ist einer der größten Arbeitgeber in Fürstenfeldbruck.

 Hedge-Fonds sind die spekulativste und risikoreichste Form unter den Fonds. In den vergangenen Wochen hatten Gesellschaften wie Mar-Cap (vormals M2 Capital) und K Capital Partners Sonderausschüttungen in Höhe von bis zu 120 Millionen und die Ablösung des Vorstandsvorsitzenden Rolf Hollander gefordert.

"Wir möchten dem Vorstand und dem Aufsichtsrat den Rücken stärken", sagt von Holdt. Es werde definitiv keine Sonderausschüttung von fünf Euro pro Aktie geben. "Wir sind optimistisch und hoffen, dass die Aktionäre für uns stimmen. Es gibt allerdings schon die Befürchtung, dass es zu einer Abwahl des Aufsichtsrates und des Vorstandes kommt und, dass dann ein anderer Wind weht." Die ordentliche Hauptversammlung bei Cewe Color findet am 26. April statt.

Hollander zeigte sich im Abwehrkampf gegen die Hedge-Fonds optimistisch. "Ich schätze, dass mittlerweile über 45 Prozent der Stimmrechte auf unserer Seite sind", sagte er gegenüber der "Welt".

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