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Linde und US-Konkurrent Praxair wollen gemeinsam zum größten Industriegaskonzern weltweit werden.

Industriegas

Der Kampf um Linde: Das würde eine Fusion mit Praxair bedeuten

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Die Fusion zwischen dem US-Konkurrenten Praxair und dem Münchner Industriegaskonzern Linde steht auf der Kippe. Der Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle steht im Kreuzfeuer.

München - Durch die Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair will der Münchner Industriegaskonzern Linde (weltweit 60.000 Mitarbeiter, 8000 in Deutschland, 5500 in Bayern) den weltgrößten Gaskonzern schmieden. Der Verantwortliche des Projekts, Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle, gerät jetzt unter Beschuss: Die Arbeitnehmer torpedieren die Fusion, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Reitzle und die Politik ist skeptisch. Dietz erklärt den Kampf um Linde:

Was würde die Fusion bedeuten?

Wolfgang Reitzle.

Es würde ein Gas-Gigant entstehen. Zusammen kämen Linde und Praxair auf 28 Milliarden Euro Umsatz und wären Weltmarktführer. Allerdings würde die Fusion für München herbe Einschnitte bedeuten. Denn die Zentrale der gemeinsamen Holding soll in Dublin und nicht in München sein. Für die Bosse hätte das zwei Vorteile: In Irland zahlt das Unternehmen weniger Steuern – und die Mitbestimmung fällt weg. Die Münchner CSU-Bundestagsabgeordneten um Johannes Singhammer schlagen Alarm: „Neben dem möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen geht es auch um den Erhalt von technologischer Spitzenfähigkeit.“ Chef des Megakonzerns soll der bisherige Praxair-Chef Steve Angel werden, Aufsichtsratschef soll Reitzle werden.

Warum ermitteln die Staatsanwälte gegen Wolfgang Reitzle? 

Sie prüfen, „ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat besteht“. Reitzle hatte zwei Monate vor Bekanntgabe der Fusionsgespräche für eine halbe Million Euro Linde-Aktien gekauft und dies auch veröffentlicht. Die Finanzmarktaufsicht Bafin sah Anhaltspunkte für ein mögliches Insidergeschäft. Die Linde-Aktie hat nach Bekanntgabe der Fusionspläne um 17 Prozent zugelegt.

Was haben die Arbeitnehmervertreter gegen die Fusion? 

Sie befürchten einen massiven Stellenabbau. Die Mitbestimmung fällt weg, eine neue Führungskultur halte Einzug. Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler fordert die Ablösung von Aufsichtsratschef Reitzle. Der hatte angekündigt, die Fusion gegen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mit seinem doppelten Stimmrecht durchboxen zu wollen. Wechsler: „Mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, ist das Gegenteil von Mitbestimmung. Das sollte Herr Reitzle wissen. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, stellt sich die Frage, ob er der Richtige für Linde ist.“ Die CSU-Abgeordneten fordern: „Ohne die Zustimmung der Arbeitnehmer soll die Fusion nicht vollzogen werden.“

MK

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